Zürich
Die 11 Lerntricks der Supermaturandin
Interview Christoph Landolt. Aktualisiert am 08.09.2010 38 Kommentare
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Neun Prüfungen hatten die Maturanden der Kantonsschule Zürcher Oberland (KZO) in Wetzikon zu schreiben. Kim Borsky hat sie allesamt mit Sechsern bestanden – Rekord. Den Lesern von Tagesanzeiger.ch erklärt die 18-Jährige, wie man Erfolg hat, ohne Tag und Nacht für die Schule zu lernen.
Borsky ist ohne Zweifel sehr talentiert und mit einem beneidenswerten Kurzzeitgedächtnis ausgestattet. Ihre Sechserserie in so verschiedenen Disziplinen wie Deutsch-Aufsatz oder Mathematik verdankt die Rütnerin aber auch ihrem analytischen Können – sie durchschaut das Schulsystem, die Lehrer und ihre Maschen. Selbst für Schüler, die weniger diszipliniert ans Werk gehen als sie, hat Borsky Tipps auf Lager. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 08.09.2010, 14:53 Uhr
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38 Kommentare
Bei allem Respekt, ich würde gerne wissen, wie da geprüft wurde. Um in Deutsch eine sechs zu haben muss man über ein Jahr vier Aufsätze mit Noten um 6 schreiben, dazu eine 6 im Maturaaufsatz. 80% der Deutschlehrer haben in ihrer ganzen Karriere nur eine Handvoll 6 er verteilt... Dazu in jedem Fach super Mündlichleistungen, denn die machen 40% der Semesternoten aus... bei und (Luzern) unmöglich. Antworten
Die Lernstrategie von der Schülerin find ich plausibel und sicherlich bei vielen bekannt und erprobt. Matura ist das Eintrittsbillett für's Studium, ob es wichtig ist, alle Fächer mit einem 6 abzuschliessen, ist für mich fragwürdig. Schliesslich ist Schulle Wissensvermittlung und Lernwerkstatt und kein Leistungssport. Antworten
Ich empfehle keinem, sich diese 'Super-Maturandin' zum Vorbild zu nehmen. Solcher Overkill ist blanker Schwachsinn. Matura ist kein Selbstzweck, sie dient bloss der Zulassung fürs Studium; dafür reicht bereits eine genügende Benotung. Man kann seine Fähigkeiten für nützlichere Dinge einsetzen, als für einen Berg von Matura-Bestnoten. Antworten
Na ja, im beschaulichen Wetzikon mag "lern nur, was gefragt wurde" für 6er genügen, da man dort offensichtlich immer die gleichen Prüfungsfragen stellt. Diese Lerntechnik stösst aber sicher an ihre Grenzen in der Hochschule, wenn zB. in einer mündlichen Prüfung nur 3 tiefgehende Fragen gestellt werden zu einem Fach, auf das man sich auch mit Stofffiltration mehrere Monate lang vorbereiten muss. Antworten
Chapeau, wirklich ganz grosse Klasse, was sie geleistet hat. Allerdings finde ich auch, dass sie sehr kühl rüberkommt, und Aussagen wie Gruppenarbeiten sollte man vermeiden, naja. Die Sozialkompetenz und Kompromissfähigkeit, die man dabei lernt, werden vielleicht nicht an der Matur geprüft, sind aber ein ganz grosses Lernziel. Antworten
Und wieder spricht der Neid mit bösen Zungen. Gratuliere Kim, ganz aufrichtig. Du wirst in deinem Leben immer Leuten begegnen, die dir den Erfolg missgönnen, und das sind dann auch die Helden die in Internetforen ihren Senf dazu geben. Lass dich von den Miesmachern nicht unterkriegen und pfleg weiter deine Taktik und deine Hobbies. Antworten
abgesehen davon, dass das Kurzzeitgedächtnis gerade mal eine Spanne von wenigen Sekunden bis Minuten umfasst: diese Methode ist längst nicht für alle Schüler geeignet, dies deshalb als ultimative Methode zu kolportieren, ist völlig verfehlt. Meine Kinder hätten mit solchen Methoden nur Einer in den Zeugnissen! Antworten
Die Kühle und Härte einer 18-jährigen jungen Frau erschrecken mich. Da werden mir die Verspieltheit und gelegentliche Schlampigkeit meiner GymnasiastInnen fast schon sympatisch. Allerdings - die Banken und Wirtschaftsetagen dürften sich freuen.... Trotzdem Gratulation zu all den Sechsern! Antworten
Ich finde die Tipps absolut nutzlos: nur das "wichtigste" lernen, nur das lesen "was geprüft wird", das "allerwichtigste" rausschreiben, einklinken wenns "wichtig" wird etc. - das tönt alles gut und Frau Borsky kann so ihrer Leistung auch medial nachdruck verleihen, doch diese "Tipps" werden keinen Schüler erfolgreicher machen. Das "Wichtige" zu identifizieren ist das Problem. Trotzdem Respekt. Antworten
Meine Erfahrung (eine der besten öffentl. Maturas meines Jahrgangs, eidg. UND kantonal) Man muss nicht "gut" in der Schule sein, man muss noch nicht mal alles verstehen. Man muss Spass an der Schulstunde haben (=learn easy, forget homework) und das System überlisten indem man Muster versteht und das wichtigste auswendig kann. Rest wird entweder nie gefragt oder kann man logisch herleiten. Antworten
Selbst unzählige und verschiedene Bildungsgänge bis auf hohes Niveau absolviert. Erkenntnis: Prüfungsopportunisten hatten (für ihre Verhältnisse) zu gute Zeugnisse. Wer es im Leben zu etwas gebracht hat, hat sich "als tiefer am Thema" interessiert gezeigt. Ist nicht selten als Nachfrager aufgefallen und hat privat weiterrecherchiert = andere Fächer vernachlässigt, Prüfungsnoten: variabel. Antworten
Es kommt nicht nur auf die Begabung an, sondern auch, wie die Eltern das Kind sich entwickeln lassen, und hier haben Eltern und Kind offenbar sehr gut zusammengewirkt. Später im Leben kann das Prinzip des Herausstreichens des "Unwichtigen" problematisch werden, denn auf den "Umwegen" lernt man oft viel mehr dazu als nur mit dem "Wichtigen". Später in der Politik ist dann immer alles wichtig. Antworten
Alle Achtung! Ich hab im 03 die Matura an der Kantonsschule Oerlikon gemacht und bei uns wären nur 6er alleine schon aufgrund der Lehrerkonstellationen völlig unmöglich gewesen. Der Jahrgangs-Beste hatte eine 5.7 und er war uns "normalos" intellektuell völlig überlegen. Die meisten Schüler hatten um die 4.5. Antworten
Das gefällt mir - es beweist einmal mehr dass nicht die rohe Leistung sondern ebenso Cleverness und Verständnis zählen. Das ist in allen Bereichen des Lebens so. Ergo: Pareto- und Eisenhower-Prinzip anwenden und dabei nie vergessen sich selbst entsprechend gut zu verkaufen. Intelligent ist wer seine Möglichkeiten zu nutzen weiss. Herzliche Gratulation an Kim Borsky! Chapeau :-) Antworten
toll.. mit dieser haltung die beste des ganzen institutes.. da sind wir aber gespannt, was die junge dame dereinst tun wird, wenn die unbekannte leben statt x und der casus empathie statt genitiv heisst.... schade, dass unsere schule solch durch-analysiertes drückertum mit best-qualis belohnt. ethisch / moralisch würde das wohl eher eine provisorische beförderung geben müssen. Antworten
Auch wenn die ganze Geschichte jetzt als Abschlussgeschenk ans Sommerloch masslos hochgeputscht wird: Die junge Dame ist sicherlich bemerkenswert. Allerdings ist ihre Leistung nicht fachlich relevant, sondern besteht im Wesentlichen daraus, das System zu verstehen und auszuhebeln, gepaart mit etwas Fleiss. Vielleicht wäre Frau Borsky daher als Politikerin besser bestzt, als als Akademikerin. Antworten
Man sollte das Lernen in der Schule endlich der Physio- und Psychologie des Gehirns anpassen. Die Erkenntnisse sind längst da, trotzdem verlangen Lehrer z.B., dass die Schüler die Vokabeln auswendig lernen. So wird nicht nur der Spass am Lernen sondern auch die Intelligenz vernichtet - einfach kriminell. Antworten
Das alles gab es schon einmal. Ich habe 1965 an der Kantonsschule in Zürich die Matura gemacht. Da war ein Mitschüler einer Parallelklasse (Hans Bosshard), der hatte 13 Sechser, sogar im Turnen und in den Freifächern. Das Beste: er war ein sehr sympathischer und feiner Kerl. Antworten
Auch wenn Schule/Studium schon ein Weilchen her sind: Die Tipps sind wirklich gut. Einzige Ausnahme: Ich würde einen Spick - egal ob die Absicht besteht, ihn zu verwenden oder nicht - sehr sauber von Hand schreiben. Zumindest ich kann mir den Stoff so besser merken. Absolut entscheidend beim Lernen - und später im Berufsleben - ist: "Was ist die Essenz des jeweiligen Stoffs?" Antworten
Ich kann dem beipflichten mit Ausnahme von Punkt 10. Der einzige Sinn beim Anfertigen eines Spickzettels liegt darin, dass man sich wegen Platzmangels auf das Wesentliche beschränken muss und so das Thema und die Wichtigkeit einzelner Unterthemen besser einschätzen kann. In die Prüfung würde ich den Spickzettel aber nicht mitnehmen; bringt nichts ausser ein unnötiges Risiko des Erwischtwerdens. Antworten
Bei allem Respekt: Man sollte Kim Borsky nicht zur Lernexpertin hochstilisieren. Lernen ins Kurzzeitgedächtnis ist nicht nachhaltig und kann zum Bumerang werden. Ausserdem hat sie offenbar auch Glück gehabt: Sie bestreitet ja nicht, nach dem System «Mut zur Lücke» gelernt zu haben. Das kann bös ins Auge gehen, v.a. bei Lehrern, die z. B. nicht jedes Jahr nur die Zahlen in ihren Prüfungen ändern. Antworten




Jan Affeltranger
Das Wichtige herausstreichen klingt gut aber das Problem bei den meisten Schülern ist ja, dass sie das Wichtige gar nicht erkennen. Ich finde es besser sich nach einem Textabschnitt herauszustreichen, was man noch nicht gewusst hat und wissen will. Dies ist in vielen, aber nicht in allen Fällen, das "Wichtige". So kann man sein Wissen erweitern statt nur für die Schule zu lernen. Antworten