Dignitas-Gegner wollen weiterkämpfen

Nach dem für Dignitas günstigen Entscheid des Verwaltungsgerichts fordern die Gegner des Wetziker Sterbehauses den Gang vors Bundesgericht.

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«Wir kämpfen weiter dafür, dass in Wetzikon Leben gefördert wird!» – Obwohl das Zürcher Verwaltungsgericht den Gegnern des Sterbehauses an der Wetziker Talstrasse 9 Mitte Dezember eine Abfuhr erteilte, geben sie sich in einer Mitteilung an die Medien weiterhin kämpferisch.

Nach dem Entscheid aus Zürich stelle sich die Frage, wie Wetzikon reagieren solle, schreibt das Komitee Menschenwürde ja – Dignitas nein. Denn, so sind sich die Gegner sicher, eine Reaktion müsse erfolgen. «Wir werden den Gemeinderat dazu ermutigen, den Entscheid des Verwaltungsgerichts ans Bundesgericht weiterzuziehen», heisst es im Schreiben des Komitees. Wenn Wetzikon den Gerichtsentscheid einfach nur hinnehme, sei dies eine sehr deutliche Botschaft, die in der ganzen Schweiz gehört werde, befürchten die Gegner. Dazu komme, dass auf nationaler Ebene an gesetzlichen Bestimmungen betreffend Sterbehilfe gearbeitet werde. Nachdem ein laufendes Verfahren aufschiebende Wirkung habe, könnte der Gang vors Bundesgericht eventuell dazu führen, dass Suizidhilfe in Wetzikon so lange verhindert werde, bis die revidierten Gesetze in Kraft seien, hofft der Wetziker Pfarrer Daniel Schaltegger, der dem Komitee vorsteht.

Fragwürdiges Stadtimage

Menschenwürde ja – Dignitas nein sei vom Entscheid des Verwaltungsgerichts «sehr enttäuscht» und «inhaltlich und zeitlich sehr überrascht». Das Komitee schreibt weiter: «Wir erachten den Standort in Wetzikon als äusserst ungünstig. Der Kindergarten, die Berufsschule, die Primarschule und die Alterssiedlung haben ja ihre Lage nicht verändert.» Zwar, so räumen die Gegner ein, sei Dignitas tatsächlich ein «Gewerbe», das im betroffenen Wohnquartier keinen Lärm und keinen übermässigen Verkehr auslöse. Die ideellen Immissionen seien dagegen sehr hoch. Nicht zu unterschätzen sei auch das Imageproblem für die Stadt, die sich intensiv mit Standortmarketing auseinandersetze. «Will sich Wetzikon als Destination für Sterbetourismus positionieren?», fragt das Komitee.

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Erstellt: 28.12.2009, 04:00 Uhr

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