Er plant das grösste Luxus-Resort in den Schweizer Alpen
Von Silvio Seiler. Aktualisiert am 29.09.2009 5 Kommentare
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Kurz vor dem Spatenstich in Andermatt stellte Gérard Jenni am letzten Samstagmorgen das Projekt den Medien in all seinen Facetten vor: Auf 2,5 Millionen Quadratmetern werden dort eineinhalb Milliarden Franken verbaut. Bis 2016 sollen in Andermatt 4000 Gästebetten in sechs Luxushotels, Ferienwohnungen und Villen, ein 18-Loch-Golfplatz sowie ein Sportzentrum entstehen. Es handelt sich um das grösste Tourismusprojekt, das in den Alpen je geplant war.
Souverän führt der Ustermer durchs Projekt. Man merkt ihm nicht an, dass er seine Aufgabe als Geschäftsführer erst vor drei Wochen aufgenommen hat. Der ägyptische Milliardär Samih Sawiris sitzt derweil gelassen auf seinem Stuhl. Mit der Orascom Development Holding (ODH) finanziert er das gigantische Projekt. Der erste öffentliche Auftritt Jennis als Geschäftsführer der Andermatt Alpine Development Company (AADC), einer Tochtergesellschaft der OHD, gefällt ihm.
Später wird Sawiris sagen: «Ich wusste, dass unser neuer Geschäftsführer ein guter Kommunikator ist.» Und ergänzt: «Über ausgezeichnete Qualitäten verfügt Jenni in den Bereichen Projektierung und Koordination. Ebenso wichtig ist aber, dass er über den guten Ton verfügt, der es ihm ermöglicht, das ganze internationale Team zu erreichen.»
Villen in Uri für Nichteuropäer
Gérard Jenni, der wie Sawiris ein Mann der leisen Töne ist, hat Erfahrung mit Grossprojekten. Schon während des Umbaus im Hallenstadion merkte er, «dass ich auf der Suche nach einer grossen Aufgabe bin, die meinem Berufsleben einen neuen Kick gibt». Geliebäugelt hatte er damals mit Mandaten an der Fussballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika oder bei den Olympischen Winterspielen 2014 im russischen Sotschi. Trotz intensiven Gesprächen kam es aber zu keinem Engagement bei diesen Projekten. Dafür arbeitet er unter anderem für die Expo 2010 in Shanghai und die asiatischen Wintergames in der kasachischen Hauptstadt Astana 2011.
Wie aber kam der Ustermer dazu, Geschäftsführer des Tourismusresorts in Andermatt zu werden? Überraschend sei diese Entwicklung verlaufen, erklärt der Oberländer: «Im Sommer wurde ich von der AADC gebeten, mein Dossier mit Lebenslauf und Referenzen abzugeben. Wenige Wochen danach habe ich Samih Sawaris die Hand geschüttelt.» Der Vertrag als Geschäftsführer der AADC läuft vorerst bis zum 30. Juni 2010. Danach soll das Engagement verlängert werden.
Jennis Aufgabe ist es nun nicht nur, den Bau des Resorts voranzutreiben und Qualität, Kosten sowie Termine einzuhalten. Er führt aus: «Ich koordiniere das Zusammenspiel mit der öffentlichen Hand und bin auch mit dem Team für den Verkauf der Bauten zuständig.»
Aufgabe: Investoren finden
Allem voran muss er Investoren finden. Die Wirtschaftskrise stelle kein Handicap in dieser Hinsicht dar, so Jenni. Weil für das Resort im Urnerland die Bestimmungen der Lex Koller – nach der Ausländer nur bedingt Grundstücke kaufen können – nicht gelte, könnte 100 Prozent davon ins Ausland veräussert werden. Der Ustermer prognostiziert: «Wir sprechen nicht jene Klientel an, die wegen des Zusammenbruchs der Aktienmärkte arg kriselt. Ich gehe davon aus, dass 30 Prozent der Investoren in Zentraleuropa gefunden werden – in der Schweiz, Deutschland, Frankreich und Italien. 70 Prozent werden aus dem Rest der Welt stammen. Meine Aufgabe ist es, diese Käufer vom Andermatter Luxus-Resort und seiner Zukunft zu überzeugen.»
Seine Aufgabe sei «unheimlich spannend und herausforderungsreich», so Jenni. Er werde alles tun, um das Tourismusresort so schnell als möglich fertig zu stellen. «In fünf Jahren muss bereits ein grosser Teil des Andermatter Resorts und dessen Betrieb einwandfrei funktionieren.» Jenni hat seine zahlreichen Engagements für Samih Sawiris reduziert. Und weil er oft längere Zeit im Urnerland weilt, stellt die AADC Jenni ein Zimmer zur Verfügung, in dem er Ruhe findet – im Frauenkloster in Altdorf.
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Erstellt: 29.09.2009, 04:00 Uhr


