Esso-Tankstelle erhöht Schutzalter
Von Pia Wertheimer. Aktualisiert am 05.08.2011 31 Kommentare
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An der Esso-Tankstelle in Zentrum von Effretikon dürfen junge Erwachsene unter 21 Jahren ab 20 Uhr keinen Alkohol mehr kaufen. Mit der Erhöhung des Schutzalters im Sommer ergriffen der Illnau-Effretiker Stadtrat und die Esso-Leitung im April eine Sofortmassnahme. Die Tankstelle soll als Treffpunkt unattraktiv werden.
Damit reagierte die Stadt auf Reklamationen der Anwohner, die die nächtlichen Trinkgelage nicht mehr tolerieren. Kot und Urin an Wänden und Containern, Bier- und Wodkaflaschen in den Hecken – das trafen die Nachbarn der Tankstelle morgens jeweils an. Vier Monaten nach der Regelverschärfung ziehen die Stadt, die Esso-Leitung und die Anwohner grundsätzlich eine positive Bilanz.
Finanzielle Einbusse
Die Firma ROC Schweiz betreibt als Tochtergesellschaft die Essotankstellen. Laut deren stellvertretenden Geschäftsführer Marc Wettstein ist Effretikon ein Sonderfall. «Die Tankstelle hat wegen ihrer zentralen Lage den Charakter eines Dorfladens.» Die Erhöhung des Schutzalters hat für die Tankstelle finanzielle Konsequenzen: «Wir nehmen monatlich eine Gewinneinbusse von 6000 Franken in Kauf.» Trotzdem ist Wettstein mit den Entwicklungen der letzten Monate zufrieden. «Anfangs stiessen wir mit der neuen Regelung bei den Jugendlichen auf Unverständnis, inzwischen ist es aber ruhiger geworden.»
Damit geht auch eine Frau einig, die in unmittelbarer Nachbarschaft einen Laden führt und ungenannt bleiben will. «Ob das mit der Massnahme der Tankstelle zusammenhängt, oder auf die Videokameras an unserem Gebäude zurückgeht, ist für mich nicht eindeutig.» Beides hätten die Verantwortlichen ungefähr gleichzeitig eingeführt.
Migrolino nimmt Vorreiterrolle ein
Für Sicherheitsvorsteherin Salomé Wyss (SP) ist es nicht selbstverständlich, dass die Tankstellenkette Hand geboten hat. «Schliesslich ist sie gesetzlich nicht dazu verpflichtet. Zudem erlauben die geltenden Ladenöffnungszeiten, dass ein solcher Shop bis spät in die Nacht offen hat.» Im Vergleich zu den vergangenen Jahren hätten die Beschwerden bei der Stadtpolizei nun abgenommen. Die Erhöhung des Schutzalters gilt bei der Tankstelle noch bis Ende September. Dann wollen der Stadtrat und die Esso-Leitung wieder an einen Tisch sitzen. «Diese Verhandlungen werden zeigen, ob diese Massnahme auch nächstes Jahr wieder möglich sein wird», sagt Wyss.
Die Effretiker Filiale ist die erste und einzige Niederlassung der Esso-Kette, die das Schutzalter hinaufgesetzt hat. Ein Vorreiter ist sie damit aber nicht. Der Migrolino von Oberglatt verkauft seit einiger Zeit Bier und Wein nur noch an junge Erwachsene die mindestens 18 Jahre alt sind. Inhaber Jürg Hofer hat damit grundsätzlich gute Erfahrungen gemacht. Sein Shop steht am Bahnhof und ist vor allem an den Wochenenden regelmässiger Treffpunkt von Jugendlichen. Aber: «Die Massnahme verhindert den Konsum grundsätzlich nicht.» Hofer ist überzeugt, dass seither die 18-Jährigen für die jüngeren öfter einkaufen.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 05.08.2011, 07:25 Uhr
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31 Kommentare
Auch so ein Liberaliserungsfehler der für Nachtruhestörungen keinerlei Gesellschaftlich relevante Verbindlicheiten mehr hat, Verantwortungslos und Unverbindlich ist. Am Ende dürfen die die Geld haben doch machen was sie wollen da ja Liberlalisiert worden ist. Die Ruhegestörten die am Morgen wieder Aufstehen und Arbeiten dürfen haben davon gar nicht's. Liberalisierung = Recht des Stärkeren. Antworten

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