Flugplatz soll Flugplatz bleiben
Von Pia Wertheimer. Aktualisiert am 17.02.2010
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Die 2,6 Quadratkilometer Land des Dübendorfer Flugplatzes bieten Platz für Wunschträume, Zukunftsszenarien und hochtrabende Visionen von Politikern und Aviatikern. Gestern bliess an einer Pressekonferenz die Taskforce Flugplatz Dübendorf zum Angriff gegen den Forschungs- und Innovationspark Dübendorf von Nationalrat Ruedi Noser (FDP) und präsentierte ihre Pläne für den Flugplatz. Die Task- force vereint Vertreter der Gesellschaft der Offiziere der Luftwaffe, des Forums Dübendorf, des Vereins der Freunde der Schweizer Luftwaffe und von Aerosuisse, dem Dachverband der schweizerischen Luft- und Raumfahrt. Sie alle wollen eines: den Dübendorfer Flugplatz mit allen Mitteln erhalten. Aus diesem Wunsch entstand «Aviapolis». Ein Konzept, dass eine militär- und zivil-aviatische Mischnutzung vorsieht. «Wir wollen so eine nachhaltige Wertschöpfung generieren, die ohne hohes Startkapital und grossen Aufwand anläuft», sagt John Hüssy, Leiter der Taskforce. Ihr schwebt vor, dass die Armee rund die Hälfte der Infrastrukturen und Bauten weiterhin nutzt (siehe Grafik). Die andere Hälfte soll eine Betreibergesellschaft verwalten und von Luftfahrtfertigungs- und Unterhaltsbetrieben genutzt werden.
Jet Aviation in Platznot
Einer dieser Betriebe könnte Jet Aviation heissen. «Wir sind am Flughafen Zürich an Wachstumsgrenzen gestossen», sagt Heinz Aebi von der Jet Aviation. Die derzeit bei Unique gemieteten Hangars seien für die Wartung der modernen Flugzeuge zu klein. «Wenn sich die Situation nicht ändert, sind wir nicht mehr konkurrenzfähig. Und immerhin geht es um 250 Arbeitsplätze.» Hier kommt Dübendorf ins Spiel. Jet Aviation zieht den Umzug als Variante in Erwägung. «Wir werden uns in den kommenden zwei Jahren für einen der Standorte entscheiden», so Aebi.
Heute ist bereits die Flugsicherung Skyguide am Pistenrand zu Hause und wird von der Taskforce als künftiger Nutzer angeführt. Skyguide evaluiert aber alternative Standorte. «Noch ist nichts klar, unser Zeithorizont ist 2020», sagt Skyguide-Sprecher Roger Gaberell. Die Flugsicherer prüften derzeit sechs Szenarien. «Vier davon sehen tatsächlich den Wegzug des Flugsicherungszentrums aus Dübendorf vor.» In den sechs Varianten gehe es vor allem um die Standorte der Kontrollzentren. Die militärische Flugsicherung und das Ausbildungszentrum seien nicht zwingend davon betroffen. Für Letzteres hätte ein Innovationspark, wie er Noser vorschwebe, durchaus seinen Reiz. «Dann wäre unsere Ausbildungsstätte in ein passendes Kompetenzzentrum eingebettet», so Gaberell.
Taskforce-Leiter Hüssy bringen diese Umzugsgedanken nicht aus der Ruhe: «Skyguide wird Dübendorf nicht von heute auf morgen verlassen.»
Wir sind auch eine Tramstation
Für die Flughafenbetreiberin Unique stellt das Zukunftsszenario der Dübendorfer Taskforce keine Bedrohung dar. «Wir sehen diese Pläne eher als Ergänzung zum Flughafen Zürich», sagt Unique-Sprecher Marc Rauch. Jene Betriebe, die sich in Kloten einmieteten, wählten den Standort wegen seiner Eigenschaft als Verkehrsdrehscheibe: «Wir sind nicht nur ein Flughafen, sondern auch eine Tram-, Bus- und Zugstation, die vom Veloweg- und vom Autobahnnetz erschlossen ist.»
Rauch leistet der Taskforce Schützenhilfe. «Es ist sinnvoll, eine bestehende aviatische Infrastruktur auch als solche weiter zu nutzen.» Er bezeichnet das Konzept auch als valable Alternative für die Kleinfliegerei. «Derzeit ist eine Auslagerung aufgrund von Kapazitätsproblemen kein Thema», so Rauch. Er räumt aber ein: «Wenn die Flugbewegungen weiterhin zunehmen, könnte es durchaus sein, dass wir uns gezwungen sehen, die Kleinfliegerei vom Flughafen Zürich auszuquartieren.»
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Erstellt: 17.02.2010, 04:00 Uhr


