Zürich

Gemischte Gefühle bei den Flugplatz-Anrainern

Von Pia Wertheimer. Aktualisiert am 18.02.2010 2 Kommentare

Die Pläne der Taskforce Flugplatz Dübendorf stossen in Dübendorf auf Widerstand. Die Volketswiler können hingegen damit leben.

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Die Taskforce Flugplatz Dübendorf kämpft um den Erhalt der Pisten. Um den Flugplatz zu retten, schlagen sie eine Koexistenz der militärischen- und zivilen Fliegerei vor. Während sich die Aviatiker ob der Pläne der Taskforce die Hände reiben, stossen diese in Dübendorf auf Widerstand. «Weil das Konzept eine private Fliegerei durch Auslagerung von Kloten nach Dübendorf vorsieht, entspricht dies nicht den Zielsetzungen des Stadtrates und muss abgelehnt werden», spricht Dübendorfs Stadtpräsident, Lothar Ziörjen (BDP) Klartext. Wenn aber nur einige An- und Abflüge zu Wartungszwecken abgewickelt würden, könne man aus lärmtechnischen Gründen nicht dagegen sein. «Ob die anfallenden Betriebskosten unter diesen Umständen erwirtschaftet werden können, bezweifle ich.» Auch andere Nutzungsoptionen seien dann kein Thema mehr. Ziörjen ist zudem erstaunt, dass der Flughafen Zürich sich die Option offen lässt, die Kleinfliegerei nach Dübendorf auszulagern. «Denn bisher hat Unique uns gegenüber immer kommuniziert, dies sei kein Thema.»

Nur Rega wird geduldet

Auch in Wangen-Brüttisellen will man von privaten Fliegern auf den Pisten Dübendorfs nichts wissen. Und nicht nur das: «Wir wollen nach 2014 weder einen privaten noch einen militärischen Flugbetrieb», sagt Gemeindeschreiber Christoph Bless. «Mit Ausnahme der heimischen Rega.»

Gelassener sieht es indessen Volketswils Gemeindepräsident Bruno Walliser (SVP). «Grundsätzlich kann ich mit dieser Option gut leben.» Bedingung sei aber, dass die Volketswiler künftig nicht mehr lärmbelastet würden, als dies heute der Fall sei. Er sieht in der militärischen Nutzung auch einen Vorteil: «Solange die Armee den Luftraum über uns besetzt, wird es kaum mehr Lärm von der zivilen Fliegerei geben.» Trotzdem heisst es für Walliser erst mal abwarten: «Wenn ich bauen will, tue ich das schliesslich auch erst dann, wenn mir das Land gehört.»

Dem Bund sparen helfen

Die Taskforce argumentiert mit den Sparbemühungen des Bundes. «Unsere Überlegungen werden von den knappen finanziellen Ressourcen der Armee geleitet», sagt John Hüssy, Leiter der Taskforce. Im Konzept sei vorgesehen, dass der Bund einen Drittel und die angesiedelten Betriebe zwei Drittel der Betriebskosten des Flugplatzes tragen würden. Sonja Margelist, Sprecherin der Armasuisse, der Immobilienverwalterin des Bundes, weiss: «Der Betrieb der Infrastrukturen in Dübendorf kostet jährlich mehrere Hunderttausend Franken.» Hüssy spricht gar von 18 Millionen Franken. Ob eine solche Mischnutzung oder gar der Verkauf des 2,6 Quadratkilometer grossen Areals der Armee gelegen käme, um Geld in die Kassen zu spülen, kann die Armasuisse-Sprecherin derzeit nicht beantworten: «Erst wenn die Ergebnisse der Testplanung zur Raumentwicklung des Flugplatzareals Dübendorf und das Stationierungskonzept der Luftwaffe vorliegt, kann zum Verkauf und zur Variante Mischnutzung eine Antwort gegeben werden.» Und diese Testplanung basiere auf dem Sicherheitspolitischen Bericht, welcher derzeit in Bundesbern ausgearbeitet wird.

Auch zum Landwert gibt sich Margelist noch bedeckt: «Der Landwert ist abhängig von der künftigen Nutzungsmöglichkeit und um welche Bauzonen es sich dann handelt.» Heute liege die Hauptfläche des Flugplatzes in der Landwirtschaftszone.

Fest steht, dass der Flugplatz Dübendorf als Firmenstandort beliebt ist. «Wir erhalten von flugnahen wie auch von anderen Firmen immer wieder Anfragen zum Gelände», so Margelist. Zurzeit könne die Armasuisse aber keine langjährigen vertraglichen Verpflichtungen eingehen. So verfüge auch der Westschweizer Luftfahrtspionier Bertrand Piccard lediglich über einen Vertrag bis Ende 2010. «Die Ergebnisse aus der Testplanung und dem Stationierungskonzept der Luftwaffe werden die künftigen zivilen Nutzungsmöglichkeiten aufzeigen», hält die Armasuisse-Sprecherin fest.

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Erstellt: 18.02.2010, 04:00 Uhr

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2 Kommentare

Jo Berger

18.02.2010, 08:19 Uhr
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Einmal mehr wird eine durch das Volk finanzierte Infrastruktur schleichend privatisiert. Die Lärmdebatte wird vorgeschoben, um von der Gier und den Begehrlichkeiten gewisser Kreise abzulenken. Es ist grobfahrlässig und nicht nachvollziehbar, dass die Luftwaffe Dübendorf kampflos aufgegeben hat. Antworten


Michael Meier

18.02.2010, 07:45 Uhr
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Die Privat-Fliegerei nach Dübendorf zu bringen ist eine absolute Zumutung. Dübendorf musste über Jahrzehnte den unsäglichen Militär-Jetbetrieb erdulden und hat nun endlich seine Ruhe verdient. Ausserdem befinden sich in der Umgebung unzählige Naturschutzgebiete und wichtige Nistplätze für einheimische Tiere. Lothar Ziörjen (BDP) hat recht, wenn er sich wehrt. Ich kann ihn nur unterstützen. Antworten



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