Hüllenlose Lehrerin verärgert die Schulleitung
Von Tina Fassbind. Aktualisiert am 27.11.2009
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Marina ist heute ein Star. Zumindest im «Blick». Dort lächelt sie am Freitag im knappen, schwarzen Slip als Seite-1-Girl den Leserinnen und Lesern entgegen. Die 28-Jährige aus Mönchaltorf spricht über ihre Vorliebe bei Männern, findet ihre Narbe am Bauch nicht so schön und möchte irgendwann in ihrem Leben gerne nochmals mit Delfinen schwimmen. Und sie ist Lehrerin an der Unterstufe in Wolfhausen bei Bubikon.
Dort ist man über den freizügigen Auftritt der Unterstufenlehrerin alles andere als begeistert. «Wir wurden alle von den Aufnahmen überrascht», sagt Hans Murer, Präsident der Schulpflege Bubikon. Vor kurzem habe sie zwar in einer schriftlichen Anfrage bei der Schulleitung dieses Fotoshooting thematisiert. «Sie hat aber offensichtlich unsere Antwort nicht abgewartet», so Murer.
In der Freizeit sind solche Fotos erlaubt
Trotz des Ärgers über die Fotos muss Marina nicht mit Konsequenzen rechnen. «Eine Entlassung steht nicht zur Diskussion», beteuert Murer. «Wir werden aber die ganze Thematik in einer Sitzung besprechen und klären, wie weit unser Lehrpersonal in der Öffentlichkeit gehen darf.» Sie habe zwar ein Anrecht auf ein Privatleben, «aber als Unterstufenlehrerin hat sie eine Vorbildfunktion», so Murer weiter.
Diese Meinung teilt auch Lilo Lätzsch, Präsidentin des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverbands. «Grundsätzlich kann jede Lehrperson in der Freizeit machen, was sie will», sagt sie gegenüber Tagesanzeiger.ch. Mit einem solchen Auftritt setze man aber auch Zeichen nach Aussen. «Es ist fraglich, ob sich die junge Lehrerin darüber im Klaren ist, was sie mit diesen Fotos auslösen kann. Eltern könnten daran zweifeln, dass sie die Verantwortung für ihre Klasse tragen kann», glaubt Lätzsch.
«Der Respekt der Schüler könnte darunter leiden»
Bei der Schulleitung Bubikon sind bisher noch keine Reaktionen von Eltern eingegangen. «Sollten wir aber Rückmeldungen bekommen, werden diese sicher auch zu unserer Meinungsbildung beitragen», versichert Murer. Er selbst hat ganz andere Befürchtungen: «Dass der Respekt der Schüler gegenüber ihrer Lehrerin leiden könnte, ist unter anderem mit ein Grund, weshalb mir ihr Auftritt im ‹Blick› missfällt.»
Welche Reaktionen die junge Lehrerin selbst auf die Fotos bekommen hat, ist unklar. Sie war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 27.11.2009, 17:22 Uhr


