Zürich

Kanton will Kanti Glattal in Uster und nicht in Dübendorf

Von Walter von Arburg. Aktualisiert am 17.07.2010

Der Regierungsrat hält trotz Geldmangels am Standort Uster für die Kantonsschule Glattal fest. In Dübendorf machen sich Kanti und Stadt gegenseitig Vorwürfe.

Kantonsschüler vor dem Elementbau beim Bildungszentrum Uster. (Bild: Christoph Kaminski)

Artikel zum Thema

Stichworte

Die Kantonsschule Glattal soll nach Uster verlegt werden. Das entschied der Kantonsrat vor fünf Jahren. Weil der Kanton sparen muss, kann das neue Schulhaus in Uster aber nicht wie zunächst geplant auf Mitte 2012 gebaut werden. Das 100-Millionen-Projekt wird frühestens 2015 oder 2016 fertiggestellt sein. Mitte 2012 muss die Kanti ihre heutigen Räume im Dübendorfer Schulhaus Stägenbuck allerdings verlassen. Der Kanton hatte den Mietvertrag mit der Primarschule Dübendorf auf diesen Zeitpunkt gekündigt.

Wegen dieser gegenüber 2005 veränderten Rahmenbedingungen und angesichts des seither starken Bevölkerungswachstums im Glattal haben die beiden Dübendorfer Kantonsräte Peter Anderegg (SP) und Thomas Maier (GLP) den Regierungsrat in diesem Frühjahr ersucht, den Standortentscheid nochmals zu überdenken.

Genug Schulen in der Region

Für die Kantonsregierung kommt das aber nicht infrage. Mit dem Grundsatzentscheid für die Errichtung einer Kantonsschule in Uster habe sich der Kantonsrat für einen Standort entschieden, schreibt sie in ihrer Antwort. Die Kantonsschule in Wetzikon, die neu zu errichtende Kantonsschule in Uster und die beiden Kantonsschulen in Zürich-Nord deckten den Bedarf ab, weshalb sich die Frage eines zusätzlichen Standorts in Dübendorf nicht stelle.

Enttäuscht über das klare Nein aus Zürich ist Thomas Maier. «Wegen der Bevölkerungsentwicklung in der Region wäre Dübendorf als dritter Standort zu Wetzikon und Uster sinnvoll», findet er und bilanziert ernüchtert: «Lange hat Dübendorf geschlafen. Dann war es nicht opportun, sich für Dübendorf als Standort einzusetzen, weil Schulraum fehlte. Und jetzt kommen wir offensichtlich zu spät.» Ruth Wullschleger, seit 2006 Rektorin der Kanti Glattal, ist von der regierungsrätlichen Antwort nicht überrascht. «Diese Anfrage hätte man früher machen müssen.» Die höchste Vertreterin der Dübendorfer Kantonsschule findet, die Stadt habe sich in der Vergangenheit zu wenig für ihr Gymnasium eingesetzt. Symptomatisch dafür sei, so Wullschleger, dass auf der städtischen Homepage zwar lange jede andere Schule in der Stadt, nicht jedoch die Kantonsschule Glattal aufgeführt gewesen sei. «Erst auf unsere Intervention hin wurde das geändert.»

Standorte waren vorhanden

Den Vorwurf, sich nicht genügend für das «eigene» Gymnasium eingesetzt zu haben, lässt Stadtpräsident Lothar Ziörjen (BDP) nicht gelten. «Dass sich Frau Wullschleger und Herr Maier so äussern, irritiert mich. Der Stadtrat hat sich seit den frühen 90er-Jahren enorm für die Kanti Glattal eingesetzt. Gerade bei der Suche nach einem neuen Standort in Dübendorf.» So habe man konkrete Angebote gesucht und gefunden. So habe der Stadtrat die Umnutzung der ehemaligen Kaserne an der Bettlistrasse oder einen Neubau im Gumpisbüel-Quartier vorgeschlagen.

«Es war eher umgekehrt», sagt Ziörjen. «Trotz konkreter Vorschläge und etlicher Gespräche mit den Verantwortlichen der Kanti Glattal gewannen wir den Eindruck, dass die Schule nie ein wirkliches Interesse am Verbleib in Dübendorf hatte.» Und dass die Kantonsschule auf der Homepage fehlte, sei zwar ärgerlich, aber auch erklärbar. «Ein Webmaster ist auf Hinweise Dritter angewiesen.» Erst recht, wenn die Webbetreuung wie bei der Stadt Dübendorf eher unterdotiert sei. «Zudem finde ich es doch etwas merkwürdig, daraus ein generell mangelndes Interesse abzuleiten.»

Provisorium nicht vom Tisch

Einen Strick mag Ziörjen Wull­schleger indes nicht drehen. Die heutige Rektorin kenne die Vorgeschichte wohl nicht so genau. Es seien vermutlich die betrieblichen Probleme, die ihr zu schaffen machten. Noch ist nämlich unklar, ob der Kantiunterricht ab Sommer 2012 in Uster stattfinden kann, weil sich der Entscheid über den Bau eines Provisoriums verzögert. Eine Mietverlängerung im Dübendorfer Stägenbuck-Schulhaus ist inzwischen aber auch nicht mehr möglich. «Wegen der Vorgaben des Volksschulgesetzes brauchen wir nun selbst mehr Schulraum», erklärt Lothar Ziörjen. In seinen Augen hat sich der Kanton mit der Kündigung der Miete selbst unnötig in Zugzwang gebracht. Unmöglich ist es aber nicht, dass die Kanti Glattal länger als bis 2012 in Dübendorf bleiben kann. Laut Ziörjen gibt es bei der Empa oder im Gumpisbüel Areale, auf denen ein Kantiprovisorium aufgestellt werden kann. Ob diese Option in Frage komme, sei letztlich aber ein Entscheid, den die Kanti Glattal und der Kanton fällen müssten.

Mehr Nachrichten und Hintergründe aus dem Oberland gibt es täglich auf den Regionalseiten im zweiten Bund des Tages-Anzeigers. Schreiben Sie direkt an oberland@tages-anzeiger.ch (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 16.07.2010, 19:42 Uhr

Zürich

Lokalverzeichnis

Werbung

Populär auf Facebook Privatsphäre

Immobilien

Marktplatz
Wohnung/Haus suchen

Weitere Immo-Links
homegate TV
Hypotheken vergleichen
Umzug
Immobilie inserieren
Inserat erfassen
Grillsaison
homegate Besser grillieren mit unseren Experten-Tipps Mehr

In Partnerschaft mit:

Homegate

Umfrage

Am 17. Juni stimmen wir darüber ab: Würden Sie die Volksinitiative «Freie Schulwahl für alle ab der 4. Klasse» heute annehmen?




Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.