Mehr Anstand und Kübel am See

Von Sandro Zappella. Aktualisiert am 07.09.2010

Jugendliche feiern am Greifensee Partys und hinterlassen dabei Abfall und demoliertes Inventar. Teenager und Behördenvertreter haben nun einen Verhaltenskodex erarbeitet.

Lärm, Abfall, Vandalismus: Beim Schiffssteg in Niederuster ist das nichts Ungewöhnliches. An warmen Sommerwochenenden verweilen Jugendliche dort, aber auch an anderen Plätzen rund um den See. Sie feiern Partys, grölen und saufen. Dabei hinterlassen sie Abfall und zerschlagene Flaschen. Teilweise randalieren sie auch, wie vor einem Jahr, als mehrere Metallkübel im Greifensee landeten. Dieser Zustand erregt die Gemüter. Hinzu kommen Kosten für die Entsorgung sowie Ärger bei Passanten und Anwohnern. Um das Problem anzugehen, beriefen Tobias Baumann und Elisa Simcik von der Mobilen Jugendarbeit Region Uster auf vergangenen Freitag eine Diskussionsrunde ein. Unter Moderation von Richard Schmid, Leiter des Vereins für Freizeit- und Jugendarbeit Region Uster (VFJRU), diskutierten neben Jugendlichen und einem Anwohner auch Vertreter des Strasseninspektorats, der Jugendpolizei Uster, der Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland (VZO) sowie der Greifensee-Stiftung.

Die acht Jugendlichen, die zum Gespräch erschienen, äusserten primär ihre Anliegen. So stört sie, dass die Buslinie 817 ab Dezember nur noch bis 21 Uhr bis zum Schiffssteg fahren wird. Nachts ist die Haltestelle Schleife Endstation, und der Bus wendet dort. Joe Schmid, Mediensprecher der (VZO), erklärte: «Dieser Streckenabschnitt ist sehr schlecht frequentiert. Der Bus ist meist leer.» Zudem hätten Jugendliche am Schiffssteg auch schon Barrikaden errichtet und den Bus aufgehalten. Teilweise hätten sie den Bus sogar mit Flaschen beworfen. «Der Fahrplanwechsel steht fest, er wird nicht rückgängig gemacht», hielt Schmid fest. «Man darf nicht alle Jugendlichen in einen Topf werfen», sagt Tobias Baumann nach der Aussprache. Hauptproblem der Jugendlichen in Uster sei, dass sie keinen Ort zum Verweilen hätten. «Sie möchten einen Platz mit Unterstand und Licht sowie Räume, die sie selbst verwalten können», erklärt Baumann. Es gebe einzig das Jugendhaus, dies sei jedoch zu klein. Ein solcher Ort für Jugendliche lässt sich nicht von heute auf morgen finden. Jugendliche und Behörden haben darum nach kurzfristigen Lösungen gesucht – und gefunden. Zusammen mit der Greifensee-Stiftung arbeiten die Jugendlichen einen Verhaltenskodex aus. Die Stadt versprach dafür mehr Abfallkübel sowie Container für Glas- und PET-Flaschen aufzustellen.

Ruhigere Nachbargemeinden

Baumann sieht den Brennpunkt der Probleme momentan in Uster. «In Greifensee hatten wir vor längerer Zeit Ärger, inzwischen ist es dort aber ruhig, ohne dass nennenswerte Massnahmen ergriffen worden wären», sagt er, um nachzuschieben: «Das kann sich aber schnell wieder ändern.» In Schwerzenbach gibt es zurzeit ebenfalls keine Probleme, wie Gemeindesprecher Karl Rütsche sagt. Er weist auf das kürzlich eröffnete Jugendhaus hin, das seiner Meinung nach seinen Beitrag zur entspannten Situation leistet. Dort hielten sich vor allem Viert- bis Sechstklässler auf. Die Oberstufenschüler seien auch willkommen, orientierten sich allerdings eher Richtung Dübendorf.

Auch in Fällanden gab es diesen Sommer kaum mehr Ärger mit Teenagern. «In früheren Jahren hatten wir Probleme mit Vandalismus», sagt Gemeinderat Heinz Stoop (SVP), Vorsteher des Ressorts Bevölkerung und Sicherheit. Die Gründe dafür seien einfach: «Die Polizei kontrolliert nun ab und zu Ausweise.» Auch Stoop verweist auf das Jugendhaus, das bei Teenagern beliebt sei.

«Zeige Präsenz»

Armin Winet, Pächter der Seebadi Egg, kennt die Probleme mit Jugendlichen, die Abfall liegen lassen und in der Gegend herumgrölen. «Ich zeige Präsenz und bin auch in der Nacht oft auf der Anlage», erklärt er sein Rezept. «So kann ich rasch eingreifen und im Bedarfsfall Platzverbote erteilen, wenn sich jemand nicht an die Regeln hält», sagt er. Damit habe er gute Erfahrungen gemacht.

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Erstellt: 06.09.2010, 21:06 Uhr

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