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Mehrere Bänke im Ustermer Stadtpark wurden über Nacht «verschönert»

Im Ustermer Stadtpark haben Unbekannte in einer Nacht- und-Nebel Aktion die grünen Bänke bemalt. Zudem serbeln einige Jungbäume.

Über Geschmack lässt sich streiten, aber die Orthografie der unbekannten Künstler ist mangelhaft: Grüne Bänke für

Über Geschmack lässt sich streiten, aber die Orthografie der unbekannten Künstler ist mangelhaft: Grüne Bänke für "Päärchen" im Usterner Stadtpark.
Bild: David Baer

Vor zwei Jahren wurde der Stadtpark in Uster für rund 2,5 Millionen Franken umgestaltet. Neben den neuen Lichtsäulen sorgten damals vor allem die Sonnenliegen und die Jungbäume, die aus Belgien angeliefert wurden, für Aufmerksamkeit. Sowohl Bänke als auch Bäume sollten grün sein. Nun finden Stadtparkbesucher allerdings farbige Bänke und braune Bäume vor. Drei der Bäumchen erwecken den Anschein, es sei tiefster Winter. Anstatt grüner Kronen hängen nur noch einzelne, braune Blätter an den Ästen.

Kein Auftrag der Stadt

Die Betonbänke hingegen überraschen mit ihrem neuen Kleid: Farbige Muster, kunstvolle Designs und lustige Sprüche zieren die Liegen in der Nähe des Stadtpark-Cafés. Ein meterlanger, blauer Gecko kriecht eine Liege hinauf und hinterlässt Farbspuren. Auf der nächsten Bank räkelt sich eine lebensgrosse Dame im Regenbogenkleid. Auf einer Liege werden potenzielle Sonnenanbeter gewarnt: «Achtung frisch bemalt», während auf einer anderen «nur für Päärchen» steht, verziert mit roten Herzen.

Unglückliche Jungbäume

Das Ganze ähnelt mehr einem Ferienplausch-Projekt als einem Vandalenakt. Dennoch: Wer die Künstler sind, ist nicht bekannt. Peter Padrutt, Leiter der Abteilung Natur und Landwirtschaft der Stadt Uster, ist ratlos. «Ich habe die Schmierereien erst am Dienstagmorgen entdeckt.» Ob die Zeichnungen von den Bänken entfernt werden, weiss Padrutt noch nicht. Die Sonnenliegen seien jedenfalls mit einem speziellen Belag versehen, der das Säubern der Bänke vereinfachen sollte. Ob die Stadt bei der Polizei eine Anzeige gegen unbekannt macht, ist ebenfalls noch unklar.

Ein weiteres Problem gibt es mit den belgischen Jungbäumen. Diese sind vor gut einem Jahr durch halb Europa gereist, um im Stadtpark in Uster Wurzeln zu schlagen. Heute ist fast ein Drittel der zehn Bäumchen offensichtlich unzufrieden mit der neuen Umgebung. Während der Rest wächst und gedeiht, findet man bei drei Bäumchen nur braune, welke Blätter vor. Was den Bäumen nicht passt, ist unklar. «Schon im Frühling bemerkten wir, dass etwas nicht stimmt», sagt Padrutt. «Ob Schädlinge oder die ungewohnten Verhältnisse schuld sind, müssen wir mit Spezialisten abklären. Bei Neupflanzungen besteht immer ein gewisses Risiko.» Für die Bäumchen sei vielleicht das ungewohnte Klima und der neue Boden ein Schock.

Bäume mit Garantie

Die beauftragte Gartenbaufirma, die den Stadtpark bepflanzt hat, werde die Bäume wohl austauschen müssen. Ob sie die neuen Bäume wieder aus dem Ausland herholten, müssten die Firma und die Stadt noch absprechen, sagt Padrutt. «Die Stadt Uster kann gewisse Garantieleistungen einfordern. Möglicherweise müssen wir die Kosten nicht – oder nur teilweise – übernehmen.» Ein solcher Jungbaum kostet je nach Grösse zwischen 1000 und 1500 Franken.

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Erstellt: 05.08.2010, 21:07 Uhr

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3 Kommentare

Georg Stamm

09.08.2010, 17:55 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Stimmt, H.P. Widmer. Ich möchte auch wissen, was das mit Umweltschutz zu tun hat, wenn "Bäume von Belgien angeliefert werden". Das kann nichts exotisches sein. Die Ustemer Behörden sind da erklärungspflichtig. Antworten


Georg Stamm

07.08.2010, 17:01 Uhr
Melden

Die Bänke sind im Originalzustand ziemlich hässlich. Sie haben durch die Bemalung eher gewonnen. Trotzdem geht es nicht an, dass jemand einfach so offentliches Eigentum bemalt. Das ist Vandalismus, im vorliegenden Fall von der milden Sorte. Vorher sollte man sich mit dem Eigentümer=Gemeinde absprechen. Antworten


Hans-Peter Widmer

06.08.2010, 09:59 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Bäume aus Belgien. Sind uns die Bäume in der Schweiz ausgegangen? Antworten



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