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Prominente haben oft Wahlbonus

Die Aufsteiger und Absteiger der Zürcher Oberländer Parlamentswahlen.

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Am Sonntag wurde in allen drei Oberländer Parlamentsgemeinden gewählt. Dabei zeigte sich, dass die Wähler sich nicht immer an die von den Parteien vorgegebenen Listenpositionen der Kandidierenden halten. Vor allem Frauen rutschten bei den Wählern der SVP Uster oft einige Plätze nach hinten. So geschehen bei Claudia Bekier (SVP, neu): Sie wurde von ihrer Partei auf dem zweiten Listenplatz positioniert. Sie schaffte die Wahl zwar, verlor aber 5 Positionen und landete auf dem 7. Platz. Vier Plätze gut machte dafür Sekundarschulpfleger und Chef der Energie Uster Bruno Modolo (SVP, neu). Er landete auf dem 8. Platz noch vor der Bisherigen Gabriela Seiler.

Ihre Position halten konnte die Dübendorferin Jacqueline Hofer (SVP, Dübendorf, bisher). Dies, obwohl der Gewerbe-, Handels- und Industrieverein (GHI) Dübendorf Hofer auf seiner Wahlempfehlung vergessen hatte. Der Prä- sidentin des Bezirksgewerbevereins schien dies nicht geschadet zu haben. Sie konnte ihren 3. Listenplatz verteidigen und schaffte die Wiederwahl. Neben der SP musste vor allem die FDP tüchtig Federn lassen (siehe Text rechts). In Uster wurde mit Matthias Bickel (FDP, bisher) gar der 2. Vizepräsident des Parlaments abgewählt. In Illnau-Effretikon schnappte der frühere Jungliberale Gemeinderat Stephan Thalmann Martin Hasenfratz (FDP, bisher) den Sitz weg. Er hatte neu auf der FDP-Liste kandidiert. Mit viel Glück sicherte sich die Wortführerin im Dübendorfer Parlament, Gaby Gossweiler (FDP), die Wiederwahl. Weil Parteikollege Jürgen Besmer den Sprung in den Stadtrat schaffte, konnte sie nachrutschen.

Bei den Ustermer Grünen haben der Biologe André Minet und der Biobauer Melvin Ott 15 respektive 17 Listenplätze gutgemacht. Sie überholten dabei unter anderem Informatiker, kaufmännische Angestellte und Studenten. Gewählt wurden sie aber dennoch nicht. Der Dübendorfer Förster Markus Tanner (GEU/GLP, neu) machte ebenfalls einen Riesensprung vom 20. auf den 6. Platz und wäre damit gewählt gewesen. Doch Tanner lehnte seine unerwartete Wahl ab, wie seine Partei gestern mitteilte. Als Grund führt Tanner unter anderem sein Engagement in der Feuerwehr an. Ganze 29 Plätze gut machte der Ustermer Jungliberale Tobias Rein und landete auf dem 4. Platz. Gewählt wurde der ETH-Ingenieur aber trotzdem nicht.

Bekannter Name hilft

David Dimitri, Sohn des bekannten Clowns, trat für die Grünen in Illnau-Effretikon auf dem 21. Listenplatz zur Wahl an. Der Profi-Seiltänzer machte einen akrobatischen Sprung auf den guten 6. Platz, für eine Wahl reichte das nicht. Ebenfalls von ihrer Bekanntheit profitieren konnte die amtierende Kantonsratspräsidentin Esther Hildebrand (Grüne) aus Illnau. Sie preschte vom 27. auf den 7. Platz vor.

Musiker und Wirt Vic Eugster (CVP, Dübendorf, neu) gelang ebenfalls ein Sprung nach vorne. Er machte 8 Plätze gut. Von seiner prominenten Tante Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf konnte Danny Schlumpf (BDP, Illnau-Effretikon, neu) nicht profitieren. Er rutschte vom 2. auf den 3. Platz und wurde nicht gewählt. Das Unglaubliche schaffte dafür Peter Vollenweider (BDP, Illnau-Effretikon, neu): Vom zweitletzten Listenplatz errang er am meisten Stimmen und liess sogar Parteikollege Hans-Jürg Gehri (neu), der zusätzlich erfolglos für den Stadtrat kandidiert hatte, hinter sich. Gehri wie Vollenweider schafften den Einzug ins Parlament von Illnau-Effretikon.

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Erstellt: 09.03.2010, 04:00 Uhr

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