Zürich

Warum die Frau in Nänikon unter den Zug kam

Von Stefan Hohler. Aktualisiert am 23.07.2011

Um einige Minuten früher zu Hause zu sein, überquerte eine Frau die Bahngleise. Mit tödlichen Folgen.

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Auf dem Nachhauseweg vom Zug erfasst: Unglücksstelle nicht weit vom Wohnort.

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Die 41-jährige Frau war am Donnerstagabend kurz vor 17 Uhr beim Bahnhof Nänikon-Greifensee (Gemeinde Uster) aus der S-Bahn gestiegen; vermutlich war es die S 9, die um 16.44 von Zürich kommend dort anhält. Statt die Fussgängerunterführung am Ende des Perrons entlang der Greifenseestrasse zu benutzen, um auf die andere Seite zu gelangen, überquerte die Frau die beiden Gleise. Wie die Kantonspolizei in einer Mitteilung schreibt, haben Zeugen gesehen, dass die Frau das erste Gleis überschritten hatte, als sie auf dem zweiten Schienenpaar von einer in Richtung Zürich fahrenden S-Bahn der Linie 5 erfasst wurde. Beim Zusammenprall wurde die 41-Jährige weggeschleudert. Sie erlitt dabei schwerste Verletzungen, die zum sofortigen Tod führten.

Trug sie Kopfhörer?

Das dunkelhäutige Opfer wohnte in einem Mehrfamilienhaus direkt beim Bahnhof auf der Greifenseer Seite. Ihr Ehemann wollte sich zum tragischen Unfall nicht äussern. Offenbar wollte die Frau die Abkürzung nehmen, um schneller zu Hause zu sein. Dies ist kein Einzelfall. Laut Pendlern und Anwohnern werden die Gleise regelmässig von Passagieren überquert, obwohl gut sichtbar eine Verbotstafel installiert ist und sich der Perron rund einen halben Meter über den Schienen befindet. «Ich höre jeweils einen Pfiff des Zuges, dann weiss ich, dass wieder jemand die Schienen überquert hat», sagt ein Mann, der direkt beim Bahnhof in einem Büro arbeitet. Ein junger Mann will gehört haben, dass die Frau Musikkopfhörer aufgesetzt hatte. Zudem soll sie beim Aufstieg auf den Perron gestolpert und zurück auf die Schienen gefallen sein.

Laut den SBB sind 2010 landesweit 20 Personen bei Unfällen mit dem Eisenbahnverkehr getötet worden – ein Tiefststand. (Die Zahl der Suizide im Bahnverkehr belief sich auf 123.) Wie in den Vorjahren hatten über die Hälfte der tödlich Verunfallten verbotenerweise oder unaufmerksam die Bahngleise überquert. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 23.07.2011, 13:10 Uhr

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