Zürich

Zerwürfnis in der Effretiker SVP

Von Nina Santner. Aktualisiert am 15.03.2010

Wegen eines Streits in der Partei, in dem es um die Nomination von Schulpflegekandidaten ging, soll Urs Käppeli sein Amt als Präsident abgegeben haben.

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In der SVP Illnau-Effretikon brodelt es. Am Samstag habe der Parteipräsident Urs Käppeli nicht nur sein Amt als Präsident, sondern auch den Rücktritt aus der Partei gegeben, sagte SVP-Fraktionschef Hansruedi Wespi am Sonntag gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Urs Käppeli war am Abend nicht mehr erreichbar. Grund für den Streit innerhalb der Partei waren ein Artikel des «Landboten» am Samstag und vorangehende Diskussionen um die Nomination von Schulpflegern. Auf der Homepage der lokalen SVP heisst es, die Schulpräsidentin Erika Klossner (FDP) trage die Schuld für den Rücktritt vieler SVP-Schulpfleger. «Die SVP war nicht in der Lage, Leute zu finden, die bereit waren, unter diesen Umständen in der Schulpflege mitzuarbeiten, und verzichtet deshalb zurzeit auf ihre vier Sitze.» In der nächsten Legislatur wird die Schulpflege von 19 auf 11 Mitglieder verkleinert. Für die Wahl vom 25. April läuft die Meldefrist morgen Dienstag aus.

Zwei Versionen

Beim aktuellen Streit verläuft die Front nicht nur zwischen der SVP und der freisinnigen Schulpräsidentin. Sie geht auch mitten durch die SVP hindurch. Aus der Sicht von Käppeli hätten sich keine erfahrenen Politiker für die Schulpflege finden lassen, und junge Politiker wolle die SVP auf diesen Posten nicht verheizen. Den Text auf der Homepage habe er in Absprache mit dem Vorstand und der Fraktion am Anfang der letzten Woche publiziert. «In der Schule läuft wegen der kantonalen Vorgaben vieles nicht so, wie die SVP will. Da muss die Frustrationstoleranz ohnehin schon hoch sein», so Käppeli. In Effretikon sei die Lage noch schwieriger. Als ein Beispiel für das Zerwürfnis zwischen Klossner und der SVP führt er an, sie habe gesagt, bevor sie mit SVPlern rede, müsse sie Alkohol trinken.

Für SVP-Fraktionschef Wespi geht Käppelis Darstellung zu weit. «Wir sind nicht immer glücklich mit Frau Klossner», so Wespi, «aber solche Äusserungen gehen zu weit.» Weil sich der Vorstand nach dem Rücktritt Käppelis neu organisieren müsse, sei Fraktionschef Wespi zum Kommunikator in der Krise ernannt worden. Dass bis Dienstag noch Kandidaten für die Schulpflege gefunden würden, ist laut Wespi unwahrscheinlich.

Verzicht der SVP

Am 22. März wollen sich Erika Klossner und die Effretiker SVP für eine Aussprache treffen. Klossner wurde am Sonntag vor einer Woche mit dem viertbesten Resultat als Stadträtin wiedergewählt. Käppelis Vorwürfe sind ihr neu. Sie bedauert auch den Verzicht der SVP, für die Schulpflege zu kandidieren. «In der Behörde sollten alle politischen Kräfte vertreten sein.»

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Erstellt: 15.03.2010, 04:00 Uhr

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