Bus umstrittener als Dorfzentrum
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Für einmal unterstützen alle Küsnachter Parteien eine Vorlage betreffend die Umgestaltung des Dorfzentrums. Das könnte daran liegen, dass an der Gemeindeversammlung vom kommenden Montag bloss Kredite für unverbindliche Vorstudien gesprochen werden sollen und nicht über ein fertiges Projekt bestimmt wird.
Heftiger umstritten ist das zweite wichtige Geschäft des Abends: die geplante Verlängerung der Buslinie 912 ins Gebiet Hinderriet, von der vor allem die Pflegeresidenz Bethesda profitieren würde. Nicht alle Parteien halten diese Teilrevision des kommunalen Richtplans für notwendig.
FDP akzeptiert Kompromiss
Die FDP empfiehlt, alle Geschäfte der Gemeindeversammlung anzunehmen. Die Zentrumsvorlagen wurden von der Parteiversammlung «grossmehrheitlich» unterstützt, was angesichts des intensiven Engagements der FDP in der Vorphase wenig erstaunt. Kritisch wurde die «zu geringe Ausnützung» der Grundstücksfläche Parkplatz Zürichstrasse angemerkt. Der gefundene Kompromiss sei zu diesem Zeitpunkt aber zu akzeptieren, dürfte jedoch bei Bekanntgabe der am Ende benötigten Investitionen noch einmal zu reden geben. Die Erschliessung des Gebiets Hinderriet mit dem ÖV, die vor allem von Anwohnern bekämpft wird, fand bei den FDP-Mitgliedern Verständnis. Sie unterstützen das Projekt.
SVP ist gegen Busschleife
Die SVP sagt ebenfalls Ja zu beiden Zentrumsvorlagen. Sie verlangt jedoch, dass die Möglichkeit für einen höheren Wohnanteil auf dem Areal oberhalb des Bahnhofs sichergestellt wird. Damit soll das Zentrum lebendig sein und werden. Äusserst knapp beschloss die Partei, ihre Zustimmung an die Forderung zu knüpfen, dass zuerst über die Verkehrsplanung und erst nachher über den Studienauftrag für das Areal Parkplatz Zürichstrasse abgestimmt werden soll. Die Erschliessung des Gebiets Hinderriet lehnt die SVP klar ab. Im Fall der Kreditbewilligung für den gewünschten Verkehrskreisel an der Zumikerstrasse konnte keine Einigung erzielt werden.
Das Bürgerforum kritisiert, dass beide Zentrumsvorlagen (Verkehr und Arealentwicklung) gleichzeitig zur Abstimmung kommen. Es will einen Antrag auf Verschiebung des Planungswettbewerbs stellen. Zuerst sollen die Verkehrsfragen geklärt werden. So liessen sich Unsicherheiten in der Bevölkerung und Doppelspurigkeiten in der Planung beseitigen. Zur Erschliessung des Bethesda durch den öffentlichen Verkehr sagt die Gruppierung Ja. Hingegen stellte sich eine Mehrheit der Mitglieder gegen einen Kreisel auf der Zumikerstrasse. Als Lösung wurde eine neue Haltestelle im Schüracher erwogen.
Die Grünliberalen unterstützen alle Vorlagen vom 28. März. Die Vorgaben zu den Zentrumsstudien würden eine vertretbare Balance zwischen Verdichtung und Bewahrung von Freiraum sichern. Dank einem Tunnel unter dem Dorfzentrum könnte Küsnacht ab dem nächsten Jahrzehnt ein Zentrum mit hoher Aufenthaltsqualität in einem zusehends weiter verdichteten Umfeld bieten. Ja sagt die Partei auch zur umstrittenen Busschleife. Das Hinderriet könne dadurch vom Autoverkehr entlastet werden. Im Übrigen erscheint den Grünliberalen die Erschliessung von Gebieten, in denen Personen mit «reduzierten Mobilitätsmöglichkeiten» wohnen, eine vornehme Aufgabe der Gemeinde.
EVP rang um Position
Die EVP freut sich, dass wieder Bewegung in die Planung für ein attraktives Dorfzentrum kommt. Sie sagt Ja zu den Zentrumsvorlagen. Auch die Verlängerung der Buslinie 912 hält die Partei für unterstützenswert – obwohl sie an ihrer Versammlung lange um eine gemeinsame Position ringen musste. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 24.03.2011, 22:46 Uhr
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