Zürich

Der Rosenkavalier zieht um

Von Jacqueline Surer. Aktualisiert am 12.04.2011 1 Kommentar

Der Rosenbauer Hugo Nydegger hat seinen Laden in Herrliberg aufgegeben. Er verkauft seine Blumen jetzt in der Stiftung Stöckenweid in Feldmeilen.

Seine Rosen stammen alle aus den eigenen Treibhäusern: Gregor Stöckli, Geschäftsführer der Stiftung Stöckenweid (l.), und Rosenzüchter Hugo Nydegger.

Seine Rosen stammen alle aus den eigenen Treibhäusern: Gregor Stöckli, Geschäftsführer der Stiftung Stöckenweid (l.), und Rosenzüchter Hugo Nydegger.
Bild: Reto Schneider

Für einen guten Zweck

Rosenverkauf in der Stiftung Stöckenweid: Mo bis Sa, 6 bis 11 Uhr. An der Seestrasse in Feldmeilen: Mo bis Fr, 16 bis 18.30 Uhr. Die Rosen kosten Fr. 1.20 bis Fr. 3.50 pro Stück.

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Schon so mancher Mann hat ihretwegen zu früher Morgenstunde aufstehen müssen: Die Rosen von Hugo Nydegger sind weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt.

Bis vor vier Jahren hatte der Rosenbauer in Herrliberg einen eigenen Betrieb, wo er seine Blumen züchtete und verkaufte. «In den besten Zeiten standen die Leute Schlange, noch bevor der Laden geöffnet hatte», erinnert sich Nydegger. Der Rosenverkauf begann damals um sechs Uhr morgens. 2007 musste Nydegger sein Grundstück in Herrliberg aus wirtschaftlichen Gründen verkaufen. Danach führte er den Betrieb eine Zeit lang als Pächter weiter. Unterdessen hat der Rosenzüchter seinen Standort in Herrliberg aufgegeben und dafür ganz in der Nähe eine neue Heimat gefunden: Seit Anfang April verkauft er seine Blumen in der Stiftung Stöckenweid in Feldmeilen. Dort leben und arbeiten Menschen mit Behinderungen.

Treffpunkt Gewächshaus

Das Gewächshaus mietet Nydegger als Verkaufsraum. Auf den Tischen reihen sich Kübel mit farbigen, duftenden Rosen, an der Decke prangt ein Kronleuchter, im hinteren Teil ist eine kleine Cafeteria eingerichtet, die zum Verweilen einlädt. «Ich hoffe, dass sich der Laden zu einem Treffpunkt entwickeln wird», sagt Nydegger, «So, wie das auch in Herrliberg der Fall war.»

In der Stiftung Stöckenweid leben 45 erwachsene Menschen mit einer Behinderung. Der Betrieb bietet zudem 70 geschützte Arbeitsplätze. Unter anderem in einer Schreinerei, einem Bioladen sowie in einer Gärtnerei und einem Blumenladen. Hat man sich mit Hugo Nydegger nicht gleich die Konkurrenz ins Haus geholt? Geschäftsleiter Gregor Stöckli winkt ab. Es sei im Gegenteil eine Bereicherung, einen externen Unternehmer in den eigenen vier Wänden zu haben. «Dadurch wird unser Geschäft belebt.»

Keine Bio-Rosen im Biobetrieb

In der Gärtnerei der «Stöckenweid» wird hoher Wert auf den biologischen Anbau von Früchten, Gemüse und Blumen gelegt. Diesen Anspruch erfüllen Nydeggers Rosen nicht. Ein Kompromiss, mit dem Gregor Stöckli aber gut leben kann: «Immerhin werden die Blumen in der Schweiz produziert.»

Die Rosen, die Hugo Nydegger in Feldmeilen verkauft, stammen alle aus seinen Treibhäusern in Uerkheim AG und Hagneck BE. Er verfügt über 250'000 Rosenstöcke von 110 verschiedenen Sorten. Neben dem Standort in der Stiftung Stöckenweid verkauft er die Blumen an diversen Märkten sowie in einem zweiten Laden an der Seestrasse in Feldmeilen. Mit dem Laden in der Stöckenweid verfolgen Nydegger und Stöckli nicht nur wirtschaftliche, sondern auch soziale Ziele. Im Moment sind die beiden Betriebe personell getrennt. Das könnte sich aber ändern: So ist es denkbar, dass künftig auch Mitarbeiter der Stiftung beim Verkauf mithelfen.«Leider gibt es immer noch Leute, die unsere Stiftung meiden, weil sie Hemmungen im Umgang mit behinderten Menschen haben», sagt Gregor Stöckli. Mithilfe des Rosenladens gelinge es möglicherweise, diese Hemmschwelle bei manchen Leuten zu senken. «Die direkte Begegnung ist immer noch der beste Weg, um Vorurteile zum Verschwinden zu bringen.»

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 11.04.2011, 23:56 Uhr

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1 Kommentar

gabriela merlini

12.04.2011, 07:35 Uhr
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So schön! Ach, das erinnert mich an...etwa 1973, als wir beim Bauern die Rosse, nachdem wir fleissig angepackt hatten, reiten durften, durch Rosenfelder, ja, und wenn der Sommer klein wurde, rammten die Bauern manchmal ein Schild in die leeren Äcker: frei für Reitübungen. Ja, ich werde dann mal in Feldmeilen vorbei schauen, bei solchen Rosen. Antworten



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