Dignitas soll letzten Willen einer Toten missachtet haben
Der «NZZ am Sonntag» liegen von Minelli unterschriebene Dokumente vor, die dies bestätigen. Dignitas hatte die 81-jährige Frau, die an schwerer Arthrose gelitten hatte, am 20. Juli 2003 in den Tod begleitet. Im Brief an die Schwiegertochter der Toten schreibt Minelli, er habe die Asche am 11. August 2003 bei Küsnacht dem Zürichsee übergeben.
Dies könnte ein Hinweis sein, dass die 35 Urnen, die vor drei Wochen von Tauchern bei Küsnacht gefunden worden sind, von Dignitas widerrechtlich in den See geworfen wurden. Minelli hat gegenüber der Zeitung trotz mehrmaliger Nachfragen nicht reagiert. Seine ehemalige Stellvertreterin Soraya Wernli die seit Jahren die Praktiken von Dignitas anprangert, bestätigte aber, dass Minelli immer wieder Urnen im See versenkt habe.
Minelli nimmt Stellung
Die Frau aus Kiel war bereits einmal Thema in den Medien. Gemäss einem Bericht des deutschen Fernsehsenders ARD soll sie dem Dignitas-Chef zweimal Geld gespendet haben - insgesamt fast 200'000 Franken.
In der Montagsausgabe der NZZ wehrt sich Minelli gegen diese Vorwürfe. Zwar existiere ein Brief, in dem die Deutsche schreibe, sie wolle wenn möglich kremiert werden. In einem Gespräch in Zürich habe sie aber mündlich verfügt, dass man ihre Urne in einem Gewässer versenken könne.
(mro/sch)
Erstellt: 10.05.2010, 07:47 Uhr


