Zürich

Herrliberg rüstet sich für die 2. Runde im Schrebergartenkampf

Bei der Diskussion um die Schrebergärten möchte die Gemeinde kein Risiko eingehen. Gleich drei Herrliberger Gemeinderäte verteidigten die geplante Umzonung.

Grüne «Oase» gegen Alterswohnungen: Die Diskussion um die Zukunft der Herrliberger Schrebergärten geht in die zweite Runde. Am 26.??September entscheiden die Stimmberechtigten an der Urne, ob zwei Parzellen im Dorfzentrum künftig für öffentliche Bauten genutzt werden sollen – und die heute ansässigen Hobbygärtner das Feld räumen müssen. Das Land soll für den Bau von Alterswohnungen und als Reserve für die Schule dienen.

Die Herrliberger Gemeindeversammlung vom 9. Juni entschied sich knapp für die Umzonung einer ­Parzelle. Die Gärtner konnten einen überraschenden Teilerfolg verbuchen. Minuten später wurden aber beide Vorlagen an die Urne verwiesen. Um die Verhältnisse vor der wichtigen Abstimmung zu klären, lud der Gemeinderat am Mittwoch zum Orientierungs- und Diskussionsabend in die Vogtei. Dort legten Gemeindepräsident Walter Wittmer (Gemeindeverein), Bauvorsteher Gaudenz Schwitter (FDP) und Liegenschaftenvorsteher Ernst Frei (SVP) den gut 60 Besuchern dar, wieso die Gemeinde ausgerechnet die betreffenden Parzellen umzonen will.

Einzig mögliche Alternative

Nur an dieser Stelle könne man eine vernünftige Anzahl altersgerechter Wohnungen erstellen, sagte Wittmer eingangs. Ein weiterer Grund sei die zentrale Lage des Landes: Dank der Nähe zu Läden und Restaurants blieben die künftigen Bewohner länger selbstständig. Ebenfalls profitierten sie vom Angebot des angrenzenden Alters- und Pflegeheims. Zudem werde das Areal nicht völlig zugebaut, betonte Gaudenz Schwitter. Die Gemeinde habe nicht vor, an die maximalen Nutzungsgrenzen zu gehen.

Vor seiner Rede hielt Ernst Frei ein dickes Bündel Papier empor: sämtliche Alternativen, welche der Gemeinderat geprüft hat. «Ich muss für diese Abstimmung nicht kämpfen», sagte Frei. Er sei sich sicher, dass die vom Gemeinderat angestrebte Lösung die vernünftigste sei. Verwerfe das Volk diese, rücke der Bau der Wohnungen in weite Ferne. «Herrliberg besitzt sonst schlicht keine geeigneten Landreserven», sagte Frei.

Zuversichtlicher Gemeindepräsident

In der anschliessenden Diskussion gab es neben einer grossen Mehrzahl an Befürwortern auch gegnerische Stimmen, darunter Wolfang Keil, Präsident des Schrebergartenvereins, und Kaspar von Meyenburg, Besitzer des Weinguts Schipf. Sie seien natürlich nicht gegen altersgerechte Wohnungen, sagten beide. Mit der Umzonung nehme man dem Dorf jedoch den letzten grünen Flecken, eine «Oase» im Dorfzentrum würde verschwinden. Zudem würde mit den geplanten Wohnungen und dem Alters- und Pflegeheim ein «Altersghetto» im Dorfkern entstehen, fügte Keil an. Zum Schluss des Informationsabends gab sich Gemeindepräsident Wittmer zuversichtlich. Es sei eine angeregte und faire Diskussion gewesen, sagte er. «Für Herrliberger Verhältnisse sind viele Leute gekommen.» Nun liege es am Volk zu entscheiden, sagte er.

Keine Antwort der Gärtner

Fällt die Abstimmung zugunsten der Umzonung aus, sollen im Areal westlich des Altersheims rund 35 Alterswohnungen mit Service entstehen. Mit dem Bau würde die Gemeinde eine Genossenschaft beauftragen. Auf der etwas kleineren, östlich des Heims gelegenen Parzelle hätte die Schule Platz für allfällige Ausbauten. Als Ersatz hatte die Gemeinde den Gärtnern mehrere Alternativen angeboten. Diese sind den Pächtern der Schrebergärten jedoch zu weit abgelegen. Eine offizielle Antwort habe er vom Schrebergartenverein leider nie erhalten, sagte Wittmer.

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Erstellt: 08.09.2010, 20:31 Uhr

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1 Kommentar

marie berner

09.09.2010, 09:45 Uhr
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Nur weiter munter Bauland einzonen. Ein jeder trägt sein Bisschen zur Zersiedelung und Verbetonierung der Landschaft bei. Auch die Herrliberger SVP und FDP. Antworten



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