Zürich

Küsnachter Eltern müssen nicht mehr auf Krippenplätze warten

Von Petra Schanz. Aktualisiert am 31.01.2012

Küsnacht unterstützt neu Eltern, die ihre Kinder in private Krippen geben, mit Betreuungsbeiträgen. Das Modell scheint bereits zu greifen: Eine neue Krippe ist geplant.

Subventionierte Plätze sind rar: Es geht oft lange, bis Kinder in einer Krippe unterkommen. Küsnacht versucht es mit einem neuen Modell.

Subventionierte Plätze sind rar: Es geht oft lange, bis Kinder in einer Krippe unterkommen. Küsnacht versucht es mit einem neuen Modell.
Bild: PD

Kinderkrippe Phonak

Samstag, 2. April, 10 bis 15 Uhr Tag der offenen Tür der Kinderkrippe Phonak, Laubisrütistrasse 28, Stäfa.
Tel. 058 928 29 80.

Die Phonak-Kinderkrippe

Die Kinderkrippe Gwunderfitz richtet sich in erster Linie an die Kinder der Mitarbeiter der Sonova-Gruppe. Freie Plätze werden aber auch an andere Unternehmen und an Familien aus der Gemeinde Stäfa und Umgebung vergeben. Bei einer Vollauslastung stehen 28 Krippenplätze für Kinder ab vier Monaten bis zum Kindergartenalter zur Verfügung. Für Mitarbeitende von Phonak besteht ein einkommensabhängiges Tarifsystem, andere Familien oder Unternehmen bezahlen 125 Franken pro ganzen Tag. Die Kinderkrippe im neuen Gewerbehaus an der Laubisrütistrasse 42 ist 475 Quadratmeter gross und verfügt über sieben Räume, zwei kindergerechte Nasszellen sowie eine grosse Küche. Der Aussenbereich umfasst einen grossen gedeckten Platz und einen naturnahen Spielgarten mit Sandkasten, Schaukel und Balancierstämmen. (ps)

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In Küsnacht soll eine weitere Kinderkrippe entstehen. Die Chinderhuus Küsnacht GmbH möchte Wohnungen an der Rietstrasse 17 zu einer Kinderkrippe umnutzen. Die Chinderhuus Küsnacht GmbH betreibt bereits vier Bienehuus-Krippen in Küsnacht, Zollikon, Dietikon und im luzernischen Emmen-Rathausen.

Der Markt scheint zu funktionieren: An der Gemeindeversammlung vom vergangenen Dezember haben die Stimmberechtigten entschieden, dass künftig Tarifbeiträge an alle Eltern auszurichten sind, egal, ob diese ihre Kinder in eine gemeindeeigene oder eine private Krippe geben. Küsnacht hat sich damit für ein Modell entschieden, das in der Stadt Luzern bis Ende Jahr noch als Pilotprojekt läuft und noch nicht viele Nachahmer gefunden hat. Nach dem neuen Modell können die Eltern ihren Betreuungsgutschein in der Krippe ihrer Wahl einlösen. Die meisten Gemeinden bezahlen nur Subventionsbeiträge für eine bestimmte Krippe. Oft wird diese von der Gemeinde selbst oder von einem Verein geführt. Mit dem neuen Modell bringen mehr Eltern ihre Kinder in die Krippe, und das Betreuungsangebot vergrössert sich. In der Stadt Luzern beispielsweise ist es innerhalb von zwei Jahren um das Doppelte gewachsen. Wie viel die Eltern von der Gemeinde oder Stadt bezahlt bekommen, hängt von Einkommen und Vermögen ab.

System kostet doppelt so viel

Da nun mehr Eltern das Küsnachter Krippenangebot nutzen können, hat die Gemeinde für mehr Ausgaben aufzukommen. Küsnacht hat bisher 200'000 Franken Unterstützung gezahlt, mit dem neuen Modell werden es rund 500'000 Franken sein. «Das sind die nackten Zahlen», sagt der Küsnachter Gemeindeschreiber Peter Wettstein. Man müsse aber auch den volkswirtschaftlichen Nutzen des Systems sehen. Wenn mehr Eltern ihre Kinder in die Krippe brächten, würden mehr Personen arbeiten und somit auch mehr Steuern in die Gemeindekasse fliessen. «Man muss das längerfristig betrachten», sagt Wettstein.

Weil Küsnacht dieses neue Unterstützungssystem eingeführt hat, verzichtet der Gemeinderat einstweilen auf den geplanten Ausbau der Kinderkrippe Heslibach, die von der Gemeinde betrieben wird. Man will zuerst beobachten, wie genau sich das neue System auf die Krippenangebote auswirkt. «Der private Markt funktioniert meist gut, da möchten wir so wenig wie möglich eingreifen», sagt Gemeindeschreiber Wettstein. Das Baugesuch ist bis jetzt noch nicht behandelt worden. Die Frist, in der man den Baurechtsentscheid verlangen kann, ist bereits abgelaufen. Einige Nachbarn haben von diesem Recht Gebrauch gemacht. Sie sind somit berechtigt, gegen das Projekt Rekurs einzulegen.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 28.03.2011, 22:48 Uhr

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