Zürich

SC Küsnacht gewinnt die Finalissima auf der KEK

Von Ueli Zoss . Aktualisiert am 15.03.2010

Die Küsnachter Eishockeyaner besiegten im Finalspiel um den Titel des Ostschweizer 3.-Liga-Meisters den EHC Seewen mit 4:3. Der Traditionsverein von der Goldküste krönte damit eine erfolgreiche Saison.

Grund zum Jubeln: Die Küsnachter Eishockeyaner schauen auf eine erfolgreiche Saison zurück.

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Am Schluss brechen in der Küsnachter KEK alle Dämme. Helme und Stöcke fliegen aufs Eis und dann die Küsnachter Spieler ihrem Goalie Fabian Klaas um den Hals. Der Torhüter ist im letzten Drittel zu grosser Form aufgelaufen und hat das 4:3 gegen die Schwyzer aus Seewen unter Dach und Fach gebracht. Klaas und seine Vorderleute setzen zu einem «Diver» an, rutschen bäuchlings auf dem Eis in Richtung Zuschauertribüne. Dort reissen die Küsnachter Fans die Arme zu einer La-Ola-Welle in die Höhe.

Wer für die rot-gelben Küsnachter die Daumen gedrückt hat, freut sich aufrichtig. Alle sind stolz, dass der Traditionsverein, der einst in der Nationalliga B gespielt hat, wieder in die 2. Liga aufgestiegen ist und im letzten Spiel der Saison auch noch Ostschweizer 3.-Liga-Meister geworden ist. «Die Jungs haben die ganze Saison toll gekämpft», sagt ein älterer Herr anerkennend.

«Eine tolle Saison»

«Die Jungs», das sind die lupenreinen Amateure des SC Küsnacht, die nun die Übergabe des Meisterpokals feiern. Captain Andreas Schaub erhält die Trophäe aus den Händen von Silvio Iten, dem Obmann für die Regionalliga Ostschweiz des Schweizerischen Eishockeyverbandes. Mit dem Pokal posieren die Küsnachter anschliessend für das Meisterfoto.

Aufs Bild kommen auch Trainer Daniel Herlea, Assistenzcoach Reinhard Ruppen und Teambetreuer Rolf Hilpold. «Das war eine tolle Saison, Rang 1 in der Qualifikation, Rang 1 in den Aufstiegs-Playoffs und nun auch noch Meister. Das ist grossartig», sagt Herlea.

Trainer wird mit Bier geduscht

Auf dem Weg in die Kabine und in der Garderobe lassen es die Küsnachter nochmals krachen. Der Trainer bekommt die bei Meisterfeiern obligate kalte Gerstensaftdusche. Ein Bierchen in Ehren oder auch zwei genehmigt sich jeder. Klaas und Doppeltorschütze Schaub feiern zusammen, Joshua Barcikowski, Schütze des entscheidenden 4:3, gesellt sich dazu. Wäre nicht Rauchverbot, die eine oder andere Meisterzigarre würde wohl auch angesteckt.

Ein paar Meter weiter oben sind die Aufstiegs- und Meisterfeierlichkeiten ebenfalls in vollem Gang. Ausnahmsweise ist das Stadionrestaurant in der Eishalle bei einem Heimspiel des SCK geöffnet. Der Grill brutzelt. Dahinter steht SCK-Sportchef Markus Bürgi, assistiert von Vorstandsmitglied Bruno Peter und dessen Frau Marianne. «Das ist typisch für uns, wir kümmern uns um alles selbst. Wir führen den Verein wie einen Familienbetrieb, der auch ohne Riesenaufwand gut funktioniert», sagt Bürgi. Er lobt nebenbei auch die Zusammenarbeit in Küsnacht auf Vereinsebene. Der SCK gehört der Dachorganisation aller dem Vereinskartell angeschlossenen Küsnachter Dorfvereine an.

Bis auf den letzten Platz belegt

Gegen Ende des Spiels hat Bürgi nicht einen Kunden bedient. Keiner wollte sich die spannende Schlussphase entgehen lassen. Auch der Sportchef feuert während der letzten Minuten der Partie seine Mannschaft an. «Hopp SCK, Hopp SCK, hey Schiri, ganz klar e Straf!», schreit er sich fast die Seele aus dem Hals. Seine Stimme ist die lauteste in der Halle. Nach der Schlusssirene nimmt er jubelnd hinter der Theke Position ein. Das Freibier, gespendet von der Küsnachter Mannschaft, fliesst in Strömen.

Später stossen die Spieler mit Anhang dazu. Die Fete nimmt ihren Lauf. Das Klubrestaurant ist bis auf den letzten Platz belegt. «Ich habe erwartet, dass etwa 150 Zuschauer kommen werden. Ich denke, das haben wir erreicht», sagt Bürgi mit einem Blick in die Runde. Er liegt nicht ganz richtig. «Küsnacht KEK, 218 Zuschauer», steht auf dem offiziellen Matchblatt.

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(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 15.03.2010, 04:00 Uhr

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