Zürich

Schlinge um den Hals des flüchtigen Triathleten zieht sich zusammen

Von Felix Schindler, Christoph Landolt. Aktualisiert am 26.07.2010 60 Kommentare

Der Triathlet, der eine 85-jährige Frau umgefahren hat, ist der Polizei noch immer nicht bekannt. Doch bis jetzt ist klar: Er gehörte zu den Schnelleren.

Ähnlich wie der Mann auf dem Bild trug der Unfallverursacher ein weisses Oberteil. (Symbolbild)

Ähnlich wie der Mann auf dem Bild trug der Unfallverursacher ein weisses Oberteil. (Symbolbild)

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Zeugenaufruf

Die Polizei sucht nach Personen, die Angaben zum Unfallhergang und insbesondere zum unbekannten Velofahrer machen können. Telefon: 044 938 30 10.

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Eine Gehirnerschütterung, einen Nasenbeinbruch und Prellungen am ganzen Körper: Das sind die Verletzungen, welche die 85-jährige Rentnerin davongetragen hat, nachdem sie von einem Triathleten in Uetikon auf dem Fussgängerstreifen angefahren wurde. Von der Polizei konnte sie noch nicht befragt werden.

Auch der Sportler, der am Ironman Switzerland teilgenommen hat, kam zu Fall. Anders als die Frau konnte er sich jedoch wieder aufrappeln. Ohne sich um die verletzte 85-Jährige zu kümmern, stieg er in den Sattel und setzte das Rennen fort.

Triathlet noch nicht identifiziert

Mehr als einen Tag nach seiner Fahrerflucht hat sich der Triathlet noch immer nicht gemeldet. Ein Zeuge, der den Unfall miterlebt hat, konnte die Polizei darauf hinweisen, dass der flüchtige Velofahrer ein weisses Trikot trug. Weitere Zeugen, die nähere Angaben machen könnten, haben sich laut Silvia Killias von der Kantonspolizei Zürich jedoch noch nicht gemeldet.

Trotz des grossen Starterfelds von 2300 Triathleten ist der Kreis der Verdächtigen begrenzt: «Die Abschnittszeiten helfen bei der Suche nach dem Verursacher», erklärt Killias. Um den Mann mit dem weissen Trikot zu finden, der 2,5 Stunden nach dem Start in Zürich durch Uetikon am See fuhr, arbeitet die Polizei eng mit den Organisatoren zusammen. Und diese verfügen über umfangreiches Datenmaterial: Sämtliche Athleten werden mit einem Chip versehen. An 28 über die ganze Ironman-Strecke verteilten Stellen überqueren diese elektronische Matten. Sie messen für jeden Sportler automatisch die korrekte Zeit.

Eines steht bisher aber fest: Für den flüchtigen Athleten ging es nicht um ein Spitzenresultat. Die Spitze des Feldes passierte Uetikon kurz vor neun Uhr. Als der Unfallverursacher die Rentnerin in Uetikon angefahren hatte, betrug sein Rückstand auf den späteren Sieger Ronny Schildknecht bereits 35 Minuten. Zu diesem Zeitpunkt hatten rund 500 Triathleten Uetikon passiert.

Jeder Athlet wurde fotografiert

Anhand der Abschnittszeiten der Athleten lässt sich hochrechnen, wann der Unfallverursacher die nächste Zwischenzeit an der Landiwiese erreicht haben sollte. Wenn der Mann das Rennen nach dem Unfall nicht aufgegeben hatte und in gleichem Tempo fortsetzte, wurde er ungefähr ab 10:40 Uhr an der Zwischenzeitmessung elektronisch erfasst. In den folgenden zehn Minuten haben über 250 Sportler die Landiwiese erreicht. Damit würde der flüchtige Athlet noch immer zum ersten Drittel des Feldes gehören.

Die Schlinge um den Hals des fahrerflüchtigen Triathleten zieht sich noch enger, wenn die Ermittler das Fotoarchiv der Ironman-Organisatoren konsultieren. «Vor dem Start wird von jedem Teilnehmer ein Foto angefertigt», erklärt Jennifer Ebling, Mediensprecherin des Organisationskomitees.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 26.07.2010, 12:54 Uhr

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60 Kommentare

Daniel Huber

26.07.2010, 15:59 Uhr
Melden

Hetzjagd auf den Sportler! Vielleicht hat er ja gar nicht bemerkt, dass er eine alte Dame umgefahren hat. Nach 2,5 Std. Triathlon schaut man kaum dauernd übers Lenkrad, sondern merkt sich die Strecke und versucht darauf zu bleiben. Vielleicht hat sich nach dem Sturz hinter ihm eine 1.Hilfe-Leistende Menschenmenge gebildet, und er hat nichts gesehen? Schlimme Vorverurteilung, gebt ihm eine Chance! Antworten


Ladislav Jirucha

26.07.2010, 15:09 Uhr
Melden

Wenn er im vorderen Feld war, konnte er nicht allzu alt und recht gut trainiert sein, d.h. Alter zwischen 22-35 Jahren. Was wollen Sie von dieser Ich-Generation, die nur an sich, ihren Erfolg, das Top Resultat, der Beste zu sein denkt. Was kümmert ihn eine Oma. Man sollte sich all die Velo-Rowdies an den Wald-, Wiesenstrecken vor die Augen halten. Dasselbe Verhalten... Antworten



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