Seit sechs Jahren plagt Fluglärm die Goldküste

In Forch haben 170 Menschen gegen die Südanflüge auf den Flughafen Kloten über die Goldküste demonstriert.

Pfannenstielbewohner demonstrieren vor dem Kriegsdenkmal auf der Forch gegen die Südanflüge.

Pfannenstielbewohner demonstrieren vor dem Kriegsdenkmal auf der Forch gegen die Südanflüge. (Bild: Raphael Briner)

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Das Dröhnen des Bombers wird lauter. Ein Lichtfinger sucht den nebligen Himmel über der Forch ab. Es ist Freitagmorgen, 6 Uhr Loch, Loch. Gleich werden die Fliegerabwehrkanonen losbelfern und ihr tödliches Feuer dem Angreifer entgegenschicken. Halt, falsches Jahrhundert! In Tat und Wahrheit haben sich rund 170 Personen beim Wehrmännerdenkmal versammelt, das an die verstorbenen Erster-Weltkriegs-Soldaten erinnert. Sie demonstrieren friedlich. Es ist der 6. Jahrestag der ersten Südanflüge auf den Flughafen Kloten über die Goldküste. Als der erste Jet hörbar wird, zündet ihm eine einsame Taschenlampe entgegen. Ein Trillerpfiff ertönt, ein zweiter, schliesslich ein zaghafter Buhruf.

Nackter Bundesrat

Die mit gelben Lampions und Punschbechern bewaffneten fluglärmgeplagten Bewohner der Pfannenstielgegend scheinen zahmer geworden zu sein. Am 30. Oktober 2003 ist noch an fünf Orten demonstriert worden. Starke Scheinwerfer strahlten in die Nacht hinaus und ein gellendes Pfeifkonzert übertönte das Geheul der Düsen. Als dann FDP-Nationalrat Filippo Leutenegger das Wort ergreift, wirds doch kämpferisch. Vom ausgehebelten Rechtsstaat ist die Rede und davon, dass der Bundesrat die Hosen runtergelassen habe. «Nun bringt er sie nicht mehr hoch», sagt Leutenegger. Für ihn ist das Einknicken gegenüber den deutschen Forderungen in der Luftfahrtpolitik der Vorläufer des bundesrätlichen Versagens in der Bankendiskussion.

Dann redet der Dübendorfer Stadtpräsident Lothar Ziörjen zu den Südschneisern. Ohne deren viele Demos, Aktionen und Leserbriefe wäre die Sache noch schlimmer, sagt er. Die Region hätte den ganzen Tag Fluglärm. Das Schlusswort hat Thomas Morf, Präsident des Vereins Flugschneise Süd – Nein. Er wettert gegen den «grössenwahnsinnigen» Flughafen, der eine ständige Zunahme der Flugbewegungen wolle und somit die Sicherheit gefährde. Ohne Details nennen zu wollen, kündet er für den Sonntag eine «besondere Mahnwache» am Flughafen an.

Nur wenige Zumiker

Es tagt. Die Leute machen sich auf den Heimweg. In friedlicher Stimmung diskutieren der Zumiker Gemeindepräsident Hermann Zangger und der Finanzvorstand Rolf R. Zimmermann (beide SVP) auf dem Strässchen, das zur Alten Krone runterführt, über die nächste Gemeindeversammlung. Gefragt, ob sie mit der Schneiser-Veranstaltung zufrieden seien, antwortet Zangger: «Es hatte leider nur wenige Zumiker.»

Zimmermann führt dies darauf zurück, dass viele reiche Leute zu bequem seien, um sich gegen die Südanflüge zu wehren. Besonders bedauert er, dass die Jungen, die ja in Zukunft unter dem Fluglärm zu leiden haben, nicht gekommen sind.

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Erstellt: 31.10.2009, 04:00 Uhr

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