Spitäler wappnen sich gegen die Pandemie
Von Nadja Belviso. Aktualisiert am 14.08.2009
Massnahmen im Spital Zollikerberg ?Zollikerberg
Ähnliche Massnahmen wie das Spital Männedorf hat auch das Spital Zollikerberg getroffen. Auch dort werden Patienten, Besucher, Mitarbeiter und Lieferanten an den Eingängen mittels Tafeln aufgefordert, die Hände zu desinfizieren. Besucher mit Grippesymptomen werden angewiesen, den Haupteingang zu benutzen und eine Maske entgegenzunehmen. Ihnen sind Patientenbesuche untersagt. Wöchnerinnen wird empfohlen, Besuche auf das Nötige zu reduzieren.
Bisher gab es noch keine Schweinegrippe-Verdachtsfälle. Die Spitalleitung hat dennoch bereits eine Station festgelegt, auf der Patienten mit Schweinegrippe oder Verdacht darauf in Einzelzimmern untergebracht werden könnten. «Die aktuellen Prognosen des Kantonsarztes deuten darauf hin, dass nur mit wenigen stationären Patienten zu rechnen ist», teilt Spitaldirektorin Orsola Vettori mit. Deshalb seien zurzeit keine weiteren Massnahmen geplant. Die Spitalleitung beobachte die Situation jedoch aufmerksam.
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Der Kommunikationsleiter des Spitals Männedorf schüttelt keine Hände mehr. Eine Sicherheitsmassnahme von vielen, die die Spitalleitung am Mittwoch wegen der Schweinegrippe eingeführt hat. Bisher habe es zwar erst einen Verdachtsfall gegeben, der sich allerdings als Fehlalarm erwies, sagt Kommunikationsleiter Paul Sicher. «Aber wir rechnen mit einer Verschärfung der Situation, da jetzt die Urlauber zurückkehren.»
Das neue Sicherheitskonzept ist für jeden, der das Spital betritt, auf den ersten Blick sichtbar. Alle Eingänge sind mit Desinfektionsmittel-Dispensern ausgestattet, damit Besucher die Hände säubern können. Beim Haupteingang scheint es auf Anhieb zu funktionieren. Nur eine ältere Dame spaziert gedankenverloren an der Vorrichtung vorbei. Eine andere Besucherin sagt lachend zu ihrer Begleiterin: «Nachher hat man so schmierige Hände.»
Schutzmasken am Notfall-Eingang
?Am Hintereingang bringt Paul Sicher an der Tür noch schnell ein Plakat an, auf dem ein grosses Stoppschild die Eintretenden an die Massnahme erinnert. «Hier funktioniert es noch nicht so gut wie am Haupteingang», sagt er. Bei der Notfallaufnahme ist neben der Hinweistafel und dem Dispenser zusätzlich ein Schutzmaskenspender angebracht. «Patienten mit Grippesymptomen sollen sich beim Notfall-Empfang melden und vor dem Eintreten eine Maske überziehen», erklärt Sicher.
Bei den Eingängen weist eine Tafel auf die neuen Massnahmen hin: Besuche sollen auf ein Mindestmass beschränkt werden. Personen mit Grippesymptomen sollten ganz davon absehen. Dasselbe gilt für Kinder unter sechs Jahren. Ausnahmen sind nur in Absprache mit den Stationsleitungen möglich. «In solchen Fällen wird das Kind vor dem Besuch untersucht», erklärt Sicher. Die regelmässig durchgeführten Spitalführungen für Kinder seien sistiert.
Händedruck und Küsschen unterlassen
Für Besucher gilt: 1 Meter Distanz zu anderen Personen einhalten, Händedruck und Küsschen unterlassen. Auch Ärzte und Pflegende reduzieren den Körperkontakt mit Patienten und deren Angehörigen auf das Nötigste. Bei der Pflege und der Behandlung von Verdachtsfällen schützt sich das Personal mit spezieller Kleidung. «Wir informieren überall gleichzeitig, um vor allem bei den Patienten Irritationen über die neuen Umgangsformen zu vermeiden.» Doch nützen solche Massnahmen überhaupt? «Davon sind wir überzeugt», sagt Sicher. «Wie viele Übertragungen sich so verhindern lassen, ist wohl kaum quantifizierbar.»
Es sei aber Pflicht des Spitals, alles Mögliche zu unternehmen, um die Sicherheit von Mitarbeitenden, Patienten und Besuchern zu gewährleisten. Der spitalinterne Pandemie-Führungsstab beobachtet und beurteilt die Situation laufend. «Es ist möglich, dass die Vorkehrungen noch verschärft werden», sagt Sicher.
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Erstellt: 13.08.2009, 22:44 Uhr


