Zürich

Stau vor Privatschule soll verschwinden

Von Romano Paganini und Sabrina J. Bühler. Aktualisiert am 22.04.2009 1 Kommentar

Seit Jahren fahren Eltern ihre Kinder in die Inter-Community School in Zumikon. Dies sorgt morgens für Stau bis ins Dorf und für Besorgnis. Nun gibt die Schule mit neuen Bussen Gegensteuer.

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Um 8 Uhr morgens sind die Strassen um die Inter-Community School (ICS) im Zumiker Industriegebiet Schwäntenmos wie leergefegt. Doch keine fünf Minuten später geht es los: Auto für Auto rollt über die Einfahrt der Privatschule im Strubenacher. Bei der ICS sind die Ferien zu Ende, und die Mütter und Väter fahren ihre Kleinen wieder zum Unterricht. Manche von ihnen steigen aus und begleiten die Knirpse bis zum Schulgebäude. Andere laden ihren Nachwuchs dort ab, wo gelbe Tafeln es signalisieren. «Drop off» steht da in grossen Lettern geschrieben: «Bitte hier nicht parkieren, sondern die Kinder aussteigen lassen.»

Jeden Morgen legen Dutzende von Eltern den Verkehr lahm. Die Autos stauen sich teilweise bis weit ins Dorf, und beim nahegelegenen Migros-Kreisel gibt es oft kein Durchkommen mehr. Die Gründe, warum die Eltern der ICS-Schüler ihre Kinder selber chauffieren, sind unterschiedlich. Eine Mutter erzählt, dass sie mit dem Auto komme, weil sie danach ihre zweite Tochter weiter in eine Schule nach Wallisellen bringen müsse. Eine andere winkt gestresst ab, weil sie zur Arbeit muss, und zieht ihren Sprössling an der Hand hinter sich her. Die nächste Mutter sagt: «Für uns ist es viel aufwendiger, den Bus zu nehmen, als alle Kinder in ein Auto zu packen.» Und der Fussweg sei ohnehin viel zu lang.

Um 8.15 Uhr fahren die Autos noch immer im Schritttempo um das Schulhaus herum. Eine Mutter aus Uerikon hat gerade ihren Geländewagen eingeparkt und ist ausgestiegen. Ihr Junge müsste bereits um 7.15 Uhr für den Schulbus bereitstehen, das sei zu früh. «Ausserdem haben wir im Auto noch ein bisschen gemeinsame Zeit für die Familie.»

Angst vor Verkehrskollaps

Für die Schüler, die zu Fuss eintreffen, wird es schwierig, die stark befahrene Strasse zu überqueren. Die Schule hat deshalb einen von der Kantonspolizei ausgebildeten «Lollipop-Man» engagiert, der täglich den Verkehr regelt. Seit längerem ist das Verkehrsproblem beim Schwäntenmos der Gemeinde ein Dorn im Auge. Seitdem der Neubau einer Coop-Filiale angekündigt worden ist, befürchtet man sogar einen Verkehrskollaps. «Die betroffenen Strassen sind die einzigen, die zur Schule und zur Migros führen», sagt Zumikons Gemeindeschreiber Thomas Kauflin. Zudem seien dies die Hauptstrassen ins Dorf. Der Gemeinderat hat aus diesen Gründen eine Planungszone für das Gewerbequartier verhängt. Dadurch soll die Entwicklung des Schwäntenmos eingefroren werden. Und zwar so lange, bis klar ist, wie viel Verkehr man den Strassen zumuten kann.

Täglich 180 Schüler mit dem Auto

Dass Eltern ihre Kinder in die Schule fahren und auf Busse verzichten, ist kein neues Phänomen: In diversen anderen Gemeinden im Kanton haben Schulleiter die Eltern gebeten, auf diesen Service zu verzichten. Auch aus der Nachbarschaft der Schule, die vorwiegend aus Gewerbebetrieben besteht, sind kritische Stimmen zu hören. «Wenn der Migros-Wagen an den Laden andockt, geht für zwanzig Minuten gar nichts mehr», sagt Robert Keller, der im Schwäntenmos eine Schreinerei führt. Er stört sich allerdings nicht daran. «Ich umfahre das Gebiet dann einfach.» Den Verantwortlichen der Privatschule ist das Problem längst bekannt. Um dieses zu verringern, setzen sie seit 30 Jahren auf eigene Schulbusse. Gemäss ihren Angaben benutzen 40 Prozent der rund 600 Schüler dieses Angebot. 30 Prozent reisen mit dem öffentlichen Verkehr an, die restlichen 30 Prozent – rund 180 Kinder – kommen mit dem Auto.

Die Eltern vom Angebot überzeugen

Die Inter-Community School plant nun sechs weitere Busse für ihre Schüler einzusetzen, drei davon bereits im April. Bisher stehen 19 Schulbusse zur Verfügung. «Diese sind jeweils voll ausgelastet», sagt Linda Elzvik-Harris, Medienbeauftragte der ICS. Man versuche, die Eltern vom Angebot der Busse zu überzeugen. Viele der Kinder seien aber zu klein, um alleine in die Schule zu kommen. Als weitere Massnahme gegen Stau im Industriequartier nennt Elzvik-Harris das Parkverbot vor der Schule. Die Autos würden via «Drop off»-Zone um die Schule herum geleitet. Zudem beginne man den Unterricht gestaffelt, damit nicht alle Wagen gleichzeitig eintrudelten.

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(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 22.04.2009, 21:42 Uhr

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1 Kommentar

Adriano Granello

27.04.2009, 22:36 Uhr
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"Seit Jahren fahren Eltern ihre Kinder in die Inter-Community School in Zumikon. Dies sorgt morgens für Stau bis ins Dorf und für Besorgnis. Nun gibt die Schule mit neuen BUSSEN Gegensteuer". Dank der in diesem Fall bestehenden Doppeldeutigkeit der deutschen Sprache wurde die durchaus angemessene Alternative zu den BUSSEN offenkundig: BUSSEN austeilen statt bereitstellen von BUSSEN...! ;-) Antworten



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