Zolliker Kirchenstreit ist beigelegt
Von Michel Wenzler. Aktualisiert am 14.07.2009 2 Kommentare
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Herr Keller, Bischof Huonder und Sie haben sich erstaunlich schnell geeinigt. Hat die Kirche aus dem Fall Röschenz gelernt, bei dem es nach der Kündigung von Pfarradministrator Sabo zu einem heftigen Streit in der Kirche kam?
Das weiss ich nicht. Ich denke, dass der öffentliche Druck den Bischof dazu bewogen hat, mit mir nun doch ein Gespräch zu führen. Es war ein sehr offenes, positives Gespräch.
Ganz beigelegt kann der Konflikt aber nicht sein: Sie müssen weiterhin mit Diakon Josef Sowinski zusammenarbeiten, mit dem Sie Meinungsverschiedenheiten hatten. Wie soll diese Zusammenarbeit nun aussehen?
Über unsere Differenzen will ich nicht mehr reden. Denn ich möchte nicht unnötig Öl ins Feuer giessen. Ich denke, es liegt jetzt am Bischof und am Bischofsrat zu entscheiden, wie man weiter vorgehen will.
Sie sind 71 Jahre alt und hätten sich nach der Kündigung auch einen ruhigen Lebensabend gönnen können. War dies nie eine Option?
Sicher nicht. Die Arbeit als Seelsorger ist mir zu wichtig. In Zollikon und Zumikon leben viele gute Leute, die eine Betreuung verdient haben. Und solange es mir die Gesundheit erlaubt, will ich diesen Menschen meinen Dienst zur Verfügung stellen.
Sie sollen nun bis zur baldigen Wahl eines neuen Pfarrers im Amt des Pfarradministrators bleiben. Ist das eine Kompromisslösung?
Das müssten Sie den Bischof fragen. Es ist auf jeden Fall ein Faktum, das auf dem Tisch liegt.
Und sind Sie damit zufrieden?
Sicher. Wir haben eine Lösung. Der Bischof hat seine Kündigung rückgängig gemacht.
In der Kirche kommt es immer wieder zu Konflikten – in Männedorf etwa eskalierte ein Streit um Pfarrerin Dominique Siegrist. Wird die Kirche ihrer Vorbildfunktion nicht gerecht?
Natürlich haben wir eine Vorbildfunktion. Aber die Kirche besteht nicht nur aus Gebäuden, die Kirche besteht auch aus Menschen. Wo Menschen miteinander arbeiten, kann es zu Konflikten kommen.
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Erstellt: 13.07.2009, 19:35 Uhr


