Zürich

Zollikon setzt am 1. August auf einen bulgarischen Opernstar

Von Marcus May. Aktualisiert am 23.07.2010 1 Kommentar

Seit 12 Jahren lebt Vesselina Kasarova an der Goldküste. In ihrer Wohngemeinde hat sie sich so gut integriert, dass sie Festrednerin wird.

Die weltbekannte bulgarische Mezzosopranistin Vesselina Kasarova.

Die weltbekannte bulgarische Mezzosopranistin Vesselina Kasarova.
Bild: Doris Fanconi

Der 1. August in Zollikon

Zolliker 1.-August-Feier, ab 20.45 Uhr im Festzelt auf der Hinteren Allmend. Mit einem Lampionumzug für Kinder, den Zürcher Alphornbläsern, der Harmonie Zollikon und dem Orchester Alpen GmbH.

Ein möglichst aktueller, mehr oder weniger prominenter Redner soll die Festansprache am 1. August halten. So jedenfalls wünschen es sich viele Gemeinden, die versuchen, einen aufstrebenden Politstar, egal welcher Couleur, zu gewinnen. Zollikon dagegen beschreitet seit Jahren einen anderen Weg. Die Kulturkommission schlägt jeweils zuhanden des Gemeinderats eine mehr oder minder bekannte Persönlichkeit aus den eigenen Reihen vor. Heuer entschied man sich für die weltbekannte bulgarische Mezzosopranistin Vesselina Kasarova, die vor zwölf Jahren in Zollikon ihre Zelte aufgeschlagen hat und seither mit ihrer Familie an der Goldküste lebt.

Die Operndiva kam 1989 erstmals nach Zürich, wo sie am Opernhaus einen zweijährigen Festvertrag erfüllte. Schon bald avancierte sie zum Publikumsliebling. Just zur gleichen Zeit gewann Kasarova den ersten Preis beim deutschen Gesangswettbewerb «Neue Stimmen» in Gütersloh. Von der internationalen Fachwelt wurde sie damals als die grosse Entdeckung gefeiert.

Ihre Wurzeln nicht vergessen

Mittlerweile ist Vesselina Kasarova auf allen grossen Bühnen der Welt ein gefeierter Star. Sie heiratete einen Schweizer und ist seit 1997 Schweizerin. In und um Zürich habe sie ihre zweite Heimat gefunden, sagt sie in einem Interview mit einem Mitglied der Zolliker Kulturkommission. Zürich sei eine einmalige, wunderschöne Stadt. An Zollikon liebe sie den See, das satte Grün der Natur sowie die Ruhe, Sicherheit und Sauberkeit. «Die Menschen hier strahlen eine harmonische Ausgeglichenheit aus.» Nur in Japan habe sie Ähnliches wahrgenommen. Und: «Das Zürcher Opernhaus ist eine der besten Bühnen der Welt», sagt sie. Dies vor allem wegen «der menschlich äusserst angenehmen und professionellen Atmosphäre.»

Trotzdem: Ihre bulgarischen Wurzeln hat Vesselina Kasarova nie verloren. «Man soll nie vergessen, woher man kommt und wer man ist, man soll sich stets selber treu bleiben.» Dies scheint bei ihr Programm zu sein. In einem im vergangenen Winter selbst verfassten Artikel zum Thema «Authentisch sein» streifte die Künstlerin in der «Neuen Zürcher Zeitung» genau dieses Thema. Als sie das erste Mal in einem Schaufenster Plakate mit ihrem Konterfei entdeckt habe, habe sie mächtig Angst gekriegt, «da ich das Gefühl hatte, diesem Bild nicht entsprechen zu können».

Keine Vorgaben für die Rede

Das mit dem künstlich generierten Image der Vermarkter sei so eine Sache. «Man kann nicht aus jeder Sängerin eine Jessye Norman oder Anna Netrebko machen.» Sie könnte sich nie verstellen und in der Öffentlichkeit etwas vorspielen, das sie privat nicht sei – «auch wenn es manchmal schwierig ist und viel Stärke verlangt, sich selber treu zu bleiben».

Wenn sie alles mitgemacht hätte, was man von ihr verlangte, hätte sie sich als Künstlerin nie so weit entwickeln können, gibt sich Vesselina Kasarova überzeugt. Sie habe die Erfahrung gemacht, dass man die Karriere auch vorantreiben könne, ohne sich für Dinge herzugeben, zu denen man nicht stehe. «Ich liebe meinen Beruf, doch würde ich dafür nie meine Würde preisgeben.»

Von der Gemeinde Zollikon hat sie keine Vorgaben bekommen, zu welchem Thema sie sprechen soll. Vielleicht wird es um die Würde des Künstlers gehen – oder darum, wie eine Zuzügerin aus dem Ausland die Goldküste sieht.

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(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 22.07.2010, 20:32 Uhr

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1 Kommentar

albert bänziger

23.07.2010, 09:08 Uhr
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das find ich eine super sache. besser als bundesräte jehmand aus dem volk und dazu noch aus einem land mit sehr viel kulturgeschichte. ich freue mich..... Antworten



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