«Klar fühlen wir uns ungerecht behandelt»
Von Felix Schindler. Aktualisiert am 22.06.2010
Leserreporter
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Keiner hupt, keiner trötet in die Vuvuzela, die Fähnchen an den Autos sind eingezogen. «Einfach nur elend», sagt eine junge Frau, als sie nach ihrer Befindlichkeit gefragt wird. Sie reiht sich in den Strom von Menschen in roten Shirts ein, die alle zum Bahnhof marschieren. Als gäbe es nach diesem Spiel nur noch eines: den Rückzug.
An der Langstrasse röhrt einer: «Scheiss Chile.» Doch seine Meinung teilt sonst eigentlich keiner, der in einer der zahlreichen WM-Bars das Spiel gesehen hat. Den Chilenen gibt niemand die Schuld an der Niederlage der Schweizer.
«Derdiyok hätte es machen müssen»
Da war einerseits aber die zweifelhafte Leistung des Schiedsrichter. «Klar fühlen wir uns ungerecht behandelt. Der Schiedsrichter hat den Ausgang des Spiels massgeblich mitverantwortet», sagt ein Schweizer Fan vor der Amboss Lagerhalle im Kreis 5. «Wenn Al Ghamdi die Finalspiele pfeifen wird, dann versteh ich die Welt nicht mehr.» Doch er alleine, da sind sich fast alle einig, hat das Spiel nicht entschieden.
Denn da war auch die Mannschaft Hitzfelds: «Die Schweizer hatten 93 Minuten Zeit, um ein Tor zu schiessen. Und diese Zeit haben sie nicht genutzt», sagt ein Fan. «Derdiyok hätte es machen müssen», sagt er – und spült den Frust mit einem Schluck Bier hinunter. «Ins Achtelfinal ziehen wir nach dem Sieg gegen Honduras trotzdem ein.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 21.06.2010, 19:53 Uhr



