Zürich
1,4 Millionen Franken – bar auf die Hand
Aktualisiert am 03.10.2011 12 Kommentare
Vermögensdelikte am laufenden Band bei der BVK. (Bild: Keystone)
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Mehrfache passive Bestechung und mehrfache ungetreue Amtsführung wird dem ehemaligen Anlagechef der BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich unter anderem vorgeworfen. Der Schaden, den Daniel Gloor laut Anklage verursacht haben sollen, ist enorm, wie heute Montag bekannt geworden ist. Ebenso die Beträge, mit denen die vier Mitangeklagten Gloor bestochen haben sollen.
Deliktbetrag von knapp 1,7 Millionen Franken
Laut der Staatsanwaltschaft hat er in den Jahren 2000 bis 2010 von fünf BVK-Geschäftspartnern wiederholt Bargeld und andere finanzielle Vorteile angenommen oder sich versprechen lassen. Der Deliktsbetrag beläuft sich laut Mitteilung auf rund 1,67 Millionen Franken.
300'000 Franken davon soll Gloor noch nicht erhalten haben. Dieses Geld und weitere finanzielle Vorteile habe ihm der ehemalige Geschäftsführer und Partner der DL Investment Partners AG versprochen. Er ist nun ebenfalls wegen mehrfachen Bestechens angeklagt und sitzt wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr noch immer in Untersuchungshaft.
Entgegengenommen hat Gloor laut Anklage Bestechungsgelder im Umfang von 1,4 Millionen Franken. In diesem Zusammenhang ist auch gegen den Gründer und Chef der BT&T-Gruppe, Walter Meier, Anklage wegen mehrfacher Bestechung erhoben worden. Er soll dem ehemaligen BVK-Anlagechef mehrfach Bargeld von insgesamt 121'700 Franken übergeben haben. Der BT&T- Chef selbst weist jegliche Vorwürfe von sich, wie das Unternehmen am Montagmorgen mitteilte.
Lehmann Partners und Argus Finanz im Visier
Ebenfalls wegen Bestechung angeklagt ist ein früheres Verwaltungsratsmitglied einer Beteiligungsgesellschaft sowie der Chef der Lehmann Partners AG. Ihnen wird zur Last gelegt, dem damaligen BVK-Anlagechef Bargeld in der Höhe von 200'000 beziehungsweise 863'000 Franken übergeben zu haben.
Die Anklage gegen den Chef der Argus Finanz AG lautet ebenfalls auf mehrfaches Bestechen sowie auf mehrfache Anstiftung zu ungetreuer Amtsführung. Er soll dem ehemaligen Anlagechef der BVK Bargeld im Gegenwert von mindestens 180'000 Franken übergeben und andere finanzielle Vorteile verschafft haben.
Untersuchungen noch nicht abgeschlossen
Ausserdem wird dem Beschuldigten vorgeworfen, die BVK im Zusammenhang mit Sanierungsmassnahmen, die 2001 und 2002 zugunsten der Beteiligungsgesellschaft BT&T Asset Management AG ergriffen wurden, im Umfang von 43,5 Millionen Franken geschädigt zu haben. Schliesslich wird ihm zur Last gelegt, bei Geschäften mit der Argus Finanz AG auf Rückvergütungen in der Höhe von 2,3 Millionen Franken verzichtet zu haben.
Derweil laufen die von der Staatsanwaltschaft III geführten Untersuchungen wegen Vermögensdelikten zum Nachteil der BVK weiter, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Details zum laufenden Strafverfahren gab die Oberstaatsanwaltschaft nicht bekannt. Die Zürcher Finanzdirektion bereitet ihrerseits Schadenersatzforderungen vor, wie sie am Montag mitteilte.
(fsc/sda)
Erstellt: 03.10.2011, 11:48 Uhr
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12 Kommentare
Durch solche Gauner und andere versteckte Machenschaften auch unter dem Deckmantel Verwaltungsaufwand werden riesige Summen die dem Volk + den zukünftigen Rentnern gehören abgezockt. Zu guter Letzt gelingt es einer gewissen Lobby auch noch zu behaupten,es rentiere nicht,man müsse die Renten kürzen und eine Verzinsung läge nicht mehr drin! So wird das Volk mehrfach betrogen, die Politik hilft mit! Antworten
Schluss mit Klüngelstrukturen. Warum dürfen eigentlich die Arbeitnehmer nicht selber entscheiden, durch wen sie ihr Geld verwalten lassen wollen? Sie haben heute nicht die Kompetenz, in ihrem eigenen Interesse Entscheide zu fällen, müssen aber die Folgen der Entscheide anderer tragen. Da stimmen Kompetenz und Verantwortung überhaupt nicht überein. Antworten
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