14-jährige Knaben nehmen Ritalin doppelt so häufig wie gleichaltrige Mädchen
Artikel zum Thema
Am meisten wird der Ruhigsteller an 14-jährige Knaben abgegeben: Letztes Jahr wurden über 4 Prozent der männlichen Schüler in diesem Alter mit Ritalin behandelt. Bei den gleichaltrigen Mädchen waren es weniger als zwei Prozent. Dies geht aus einer Erhebung des Regierungsrates hervor.
Auch was die Behandlungsdauer betrifft, gibt es einen Unterschied bei den Geschlechtern: Während viele Mädchen nur eine einzige Packung schlucken müssen, sind die Knaben oft längerfristig auf das Medikament angewiesen.
Verantwortungsvolle Ärzte
Seit 2005 gibt es laut Regierungsrat immer mehr Ritalin-Bezüger. Von rund einem Prozent bei den 7- bis 18-Jährigen ist die Zahl innert drei Jahren auf 1,74 Prozent gestiegen. Das Tempo der Zunahme sei aber gleichmässig. Dies lasse den Schluss zu, dass «der Grossteil der Ärzte, Kinderärzte und Psychiater die Verschreibung des Medikamentes verantwortungsvoll handhaben.»
Diese Zahlen erhob die Regierung im Auftrag von mehreren Kantonsräten, die über das Ausmass der Ritalinabgabe informiert werden wollten. Mit diesem Medikament oder verwandten Produkten werden in erster Linie die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) oder das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) behandelt. (jow/sda)
Erstellt: 08.04.2010, 11:54 Uhr


































