Zürich

16-jähriges Feuerwerkopfer liegt immer noch im Koma

Von Edgar Schuler. Aktualisiert am 29.06.2010

Der Feuerwerker, der in Niederhasli am schweren Unfall beteiligt war, ist kein Profi. Er hat aber grosse Erfahrung – auch mit grösseren Feuerwerken.

Unglücksstelle in Niederhasli: Hier wurde der 16-Jährige schwer verletzt.

Unglücksstelle in Niederhasli: Hier wurde der 16-Jährige schwer verletzt.
Bild: Markus Heinzer/newspictures

Der 16-jährige Bursche, der in der Nacht auf Sonntag beim schweren Feuerwerkunfall schwerste Kopfverletzungen erlitten hatte, lag gestern Abend immer noch im Koma. Sein Zustand sei nach wie vor «sehr, sehr kritisch», sagte Rolf Hostettler, OK-Präsident des Dorffests, an dem sich der Unfall ereignet hatte. Das bestätigte gestern auch ein Sprecher der Kantonspolizei. Neues zur Unfallursache konnte dieser aber nicht bekannt geben.

Toni Bussmann, Chef der Firma Bugano, die das Feuerwerk für das Dorffest geliefert hat, kann sich als Ursache des Unfalls nur einen Bedienungsfehler vorstellen. Der Feuerwerker ist laut Bussmann seit langem als freier Mitarbeiter für Bugano tätig. Er hatte erst kürzlich einen Auffrischungskurs am Firmenstandort im Kanton Luzern besucht. Während Jahren hatte der 49-Jährige das jährliche Feuerwerk im benachbarten Dorf Höri für die Firma betreut. Ausserdem war er im aargauischen Untersiggenthal für ein Feuerwerk verantwortlich, das mehr als doppelt so gross war wie das in Niederhasli. «Ich habe den Mann als sehr seriösen Feuerwerker kennen gelernt», sagt Bugano-Chef Bussmann.

Neustart war «schwerer Fehler»

Am Samstagabend war das Feuerwerk aber nach 10 von insgesamt rund 15 Minuten abrupt zu Ende. Laut Augenzeugen und dem offiziellen Polizeibericht hatte eine Batterie mit mehreren Raketen nicht gezündet. Der Feuerwerker ging mit seinem 16-jährigen Sohn zu der Kiste mit den Raketen und versuchte, sie von Hand zu starten. Das war laut Bussmann ein schwerer Fehler: Falls die elektrische Fernzündung versagt, muss der Feuerwerker zwingend zehn Minuten warten und dann die Feuerwerkskörper mit Wasser übergiessen. Dass der Feuerwerker sie manuell startet, ist jedoch nicht vorgesehen.

Aus den Bildern von der Unfallstelle geht laut Bussmann hervor, dass die «Töpfe» mit den Raketen korrekt aufgestellt waren. Der Feuerwerk-Experte kann sich die schweren Verletzungen des Sohnes nur dadurch erklären, dass sich der Bursche direkt über den «Topf» gebeugt hatte, als eine oder mehrere Raketen mit Verzögerung losgingen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 28.06.2010, 23:10 Uhr

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