Zürich

20 Millionen beim Triemli verlocht

Von Simon Eppenberger. Aktualisiert am 26.01.2010 8 Kommentare

Aus der millionenteuren Bohrung im Zürcher Triemli-Quartier wird kein Geothermie-Kraftwerk entstehen. In der Tiefe gibt es zu wenig heisses Wasser.

Bohrer beim Triemli: Zu wenig warmes Wasser gefunden.

Bohrer beim Triemli: Zu wenig warmes Wasser gefunden.
Bild: Walter Bieri/Keystone

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An 75 Tagen drang der Bohrer im Triemliquartier bis in eine Tiefe von 2'434 Meter vor. Obwohl die Bohrung noch nicht beendet ist, steht jetzt schon fest: Aus dem erhofften Geothermie-Kraftwerk wird nichts. Die Süsswasser-Molasse führt zu wenig warmes Wasser mit sich.

«Trotzdem ist die Bohrung ein Meilenstein und das Hauptziel ist erreicht - wir wissen nach Abschluss der Analyse viel mehr über den Untergrund von Zürich», sagt Harry Graf, Sprecher des Elektrizitätswerkes der Stadt Zürich (EWZ) auf Anfrage. Ursprünglich war mit der 20 Millionen Franken teuren Bohrung jedoch die Hoffnung verknüpft, daraus ein Geothermie-Kraftwerk zu bauen.

Dafür segnete das Stimmvolk im November einen weiteren Kredit über 20 Millionen ab, mit dem ein zweites Loch gebohrt werden sollte. Im optimalen Fall war ein Wasserkreislauf vorgesehen, der Wärme für die neue Überbauung und das Triemli-Spital liefert. Dieses Vorhaben wird voraussichtlich nicht umgesetzt.

Stadtrat muss über zweite Bohrung entscheiden

«Deswegen ist das Thema Geothermie in der Stadt Zürich jedoch nicht gestorben», sagt Harry Graf. Aufgrund der Bohrkerne lässt sich nur abschätzen, wie der Boden im Umkreis eines Kilometers beschaffen ist. Das teure Loch wird nun für eine weniger starke Wärmenutzung verwendet.

Trotz dem Mangel an warmem Wasser soll noch tiefer in die kristalline Schicht gebohrt werden, um weitere Erkenntnisse zu erhalten. Eine Bohrung bis in die ursprünglich erwartete Tiefe von 3'200 Metern sei allerdings nicht nötig: Denn die Süsswasser-Molasse sei entgegen den Erwartungen nicht 1'200 Meter, sondern nur 940 Meter mächtig gewesen. Auch die unmittelbar vor dem Kristallin erwartete Schicht aus dem Permokarbon habe sich glücklicherweise nicht bewahrheitet.

Die definitiven Ergebnisse würden nach Abschluss der Messungen und Tests erwartet. Das Hauptziel der Bohrung bis ins Kristallin, die Erforschung des städtischen Untergrunds, sei damit aber erfolgreich erfüllt, schreibt das EWZ und dankt der Anwohnerschaft für die Offenheit und das Verständnis für das Projekt. Über eine zweite Bohrung werde der Stadtrat in den nächsten Wochen entscheiden. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 26.01.2010, 16:45 Uhr

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8 Kommentare

Roger Bartholdi

26.01.2010, 17:20 Uhr
Melden

Tiefengeothermie ist ein grosses Risiko mit vielen zusätzlichen Gefahren. Anscheinend war der Drang auf Erkundungstour zu gehen grösser als eine seriöse Kosten/Aufwand-Analyse mit Einbezug der Risiken zu machen. Die Verantwortlichen müssen aus diesem Debakel ihre Konsequenzen ziehen. Es darf nicht noch mehr Steuermillionen verbohrt werden. Antworten


ruth leemann

26.01.2010, 20:49 Uhr
Melden

Ausser Spesen nicht's gewesen - so wird unser Steuergeld verschleudert - Antworten



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