Zürich

37 Verkehrstote und über 14'000 Unfälle auf Zürcher Strassen

Aktualisiert am 16.02.2010

Mehr Unfälle, mehr Verletzte aber weniger Todesopfer weist die Verkehrsunfallstatistik des Kantons Zürich für das vergangene Jahr aus. Die häufigste Unfallursache war Unaufmerksamkeit am Steuer.

Einer von vielen Verkehrsunfällen im Jahr 2009: Kollision auf der A 1 bei Dietikon im April 2009.

Thomas Burla

Insgesamt ereigneten sich letztes Jahr 14'144 Verkehrsunfälle im Kanton Zürich. Das waren 615 oder 5% mehr als im Jahr zuvor. 3798 Menschen wurden verletzt, 37 (-14) getötet, wie die am Dienstag in Zürich präsentierte VUSTA ausweist.

Seit bald 40 Jahren sinkt im Kanton Zürich die Zahl der Todesopfer im Strassenverkehr tendenziell. Am meisten waren es 1971: In jenem Jahr wurden 260 Menschen getötet. Zur positiven Entwicklung beigetragen haben zahlreiche Verbesserungen im technischen, strassenbaulichen, gesetzlichen und medizinischen Bereich.

Laut Ueli Zoelly, Chef der kantonalen Verkehrspolizei, waren weniger Unfälle als früher Folgen von Alkohol am Steuer, nämlich 493. Dazu kamen zwei Unfälle, die betrunkene Fussgänger verursachten.

Im Jahr 2008 waren es insgesamt 548 alkoholbedingte Unfälle, 2007 615. Damit ist Alkohol als Haupt-Unfallverursacher in der Rangliste auf Platz 5 gerutscht.

Anderweitig beschäftigt

Als allerhäufigste Ursache weist die VUSTA «momentane Unaufmerksamkeit» aus. 1458 mal waren Handy am Ohr, Navi studieren, CD auswählen und dergleichen Ursache für einen Unfall. Auf den Plätzen zwei bis vier liegen unvorsichtiges Rückwärtsfahren (710), unangepasste Geschwindigkeit (676) sowie unbekannte Einflüsse oder Mängel (604).

Von allen 14'144 Unfällen im gesamten Kanton ereigneten sich in der Stadt Zürich 4014 und in der Stadt Winterthur 1435. In der Stadt Zürich wurden 1358 der insgesamt 3798 Verletzten und 9 der 37 Toten gezählt, in Winterthur waren es 374 Verletzte und 4 Tote.

All diese Zahlen machten ihn sehr betroffen, sagte Sicherheitsdirektor Hans Hollenstein vor den Medien. Hinter ihnen verberge sich viel menschliches Leid.

Basis für Massnahmen

Die Erhebung der Unfallursachen sei Basis zum Ansetzen weiterer Massnahmen - präventiver und repressiver Art. Diese sollen teils in Eigenregie der Zürcher Kantonspolizei, teils aber auch zusammen mit den kommunalen Polizeikorps und dem Ostschweizer Polizeikonkordat umgesetzt werden.

Erstmals spannen etwa für die geplante Herbst-Kampagne die Zürcher Polizeikorps, das Ostschweizer Konkordat und einzelne Nachbarkantone zusammen. Im Fokus steht die Unfallursache Nummer 1: Unaufmerksamkeit.

Im Rahmen eines nationalen Konzepts erfolgt die diesjährige Schulanfangs-Kampagne. Und dazu kommen weiterhin Schwerpunktaktionen mit gezielten Kontrollen.

Die am Dienstag präsentierten Zahlen sind noch nicht die endgültigen der VUSTA 2009. Diese wird erst im April herauskommen. Dann sei aber das vergangene Jahr schon zu weit entfernt, die Unfalldaten «Schnee von gestern», wie Hollenstein sagte, deshalb sei man vor einigen Jahren dazu übergegangen, die Zahlen schon im Februar zu veröffentlichen. (mro/sda)

Erstellt: 16.02.2010, 13:52 Uhr

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