400-Tonnen-Kran hebt Brücke
Von Jan Derrer, Simon Eppenberger. Aktualisiert am 24.01.2011 3 Kommentare
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In der Nacht auf heute galt es in Oerlikon ernst: Der zweitgrösste Raupenkran der Schweiz stand bereit, um einen Teil der rund 100 Jahre alten Regensbergbrücke beim Bahnhof anzuheben. Nach wochenlanger Vorbereitung durchtrennten Arbeiter mit Schweissbrennern die letzten Verbindungen, dann war es um zwei Uhr soweit. Unter den Augen von Dutzenden Arbeitern hob der Kran ein 120 Tonnen schweres Stück der Brücke an.
Das Brückenteil schwankte, die Arbeiter riefen Kommandos durch die Nacht. «Das ging uns durch Mark und Bein», wie Beat Bürgin, SBB-Baustellenleiter in Oerlikon, sagte. Doch das Brückenstück ist schnell stabilisiert und die Raupen setzen sich quietschend in Bewegung. Der 300 Tonnen schwere Kran transportiert den Brocken in wenigen Minuten in Richtung Birchstrasse und setzt ihn wieder ab.
Zog Schaulustige an: Der 400-Tonnen-Kran in Oerlikon. (Video: Jan Derrer, Simon Eppenberger)
Brücke ein Jahr gesperrt
Bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt sind die Arbeiter froh, dass dieser Teil des Brückenabbruchs erstaunlich schnell über die Bühne geht. In den nächsten Wochen werden jeweils nach Mitternacht weitere Stücke abgetrennt und weggehoben. Während den regulären Verkehrszeiten ist das nicht möglich, da die Brücke über die Gleise Richtung Hauptbahnhof führt.
Die Gleise sind denn auch der Grund für den Abbruch der alten Eisenbrücke. Denn für die neue Durchmesserlinie werden zwei weitere Gleise gelegt. Dafür ist unter der Brücke jedoch zu wenig Platz. Deshalb wird sie durch ein breiteres Exemplar ersetzt. Während dieser Zeit können Fussgänger und Velofahrer über eine provisorische Verbindung die Regensberstrasse «überqueren». Für den Verkehr geöffnet wird die neue Brücke Ende des Jahres.
Bereits im Frühling beginnen die Arbeiten für den Ausbau des Bahnhofs Oerlikon. Er wird auf der Seite Neu-Oerlikon um die Gleise 7 und 8 erweitert. Insgesamt kostet die Vergrösserung der SBB-Station im Rahmen des Baus der Durchmesserlinie 450 Millionen Franken. Hinzu kommt die Quartierverbindung, die bis 2016 unter den Gleisen des Bahnhofs hindurchführt. Das gemeinsame Projekt von SBB und Stadt Zürich kostet 70 Millionen Franken. Im Dezember sollen die VBZ-Busse über die neue Regensbergbrücke rollen. Ab Anfang 2012 wird sie dann auch für den übrigen Verkehr freigegeben. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 24.01.2011, 07:12 Uhr
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3 Kommentare
Tolle Sache, was hier die SBB wieder unternimmt. Sie war es auch, die als Erste in der Schweiz, eine Tunnelbohrmaschine einsetzten. Sonst würden die Tunnel immer noch von "Hand", wie beim Gotthard Strassentunnel (!) und entsprechenden Kostenüberschreitungen (3x teurer…) ausgegraben… Danke SBB. Antworten





