800 wollen Zürcher Nationalrat werden

Unter den Bewerbern sind weniger Frauen als 2007. Der Kampf um die Sitze wird dennoch hart: Nur vier Bisherige verzichten auf eine erneute Kandidatur.

Auslosung der Listennummern für die Nationalratswahlen: Regierungsrat Martin Graf (l.), Glücksfee Edith Wiederkehr vom Statistischen Amt und Wahleiter Giampiero Beroggi.

Auslosung der Listennummern für die Nationalratswahlen: Regierungsrat Martin Graf (l.), Glücksfee Edith Wiederkehr vom Statistischen Amt und Wahleiter Giampiero Beroggi. Bild: Walter Bieri/Keystone

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Für die 34 Zürcher Nationalratssitze treten am 23. Oktober 802 Personen an. Sie tun dies auf insgesamt 30 Listen. Vor vier Jahren waren es 804 Kandidierende auf 29 Listen. Die Zahl der Listen und Kandidierenden bewege sich in etwa im Durchschnitt der letzten 20 Jahre, teilt das Statistische Amt heute Freitag mit. Einen «Ausreisser» gab es 2003 mit der Rekordzahl von 964 Kandidatinnen und Kandidaten.

Von den 804 Kandidierenden sind 274 Frauen, was einem Anteil von 34,2 Prozent entspricht. Seit dem Höchststand 2003, als der Anteil 38 Prozent betrug, hat der Frauenanteil kontinuierlich abgenommen. Nur auf drei Listen sind die Frauen in der Mehrheit. Durchschnittlich sind die Kandidierenden 41 Jahre alt, rund 3 Jahre jünger als noch 1999. 17 Prozent der Kandidierenden sind unter 25, rund 7 Prozent älter als 65 Jahre. Der älteste Kandidat ist 83- jährig.

Weniger Unterlisten

Die derzeit im Parlament vertretenen sieben Zürcher Parteien treten nicht nur mit ihren Hauptlisten, sondern auch mit Unterlisten zur Wahl an. Insgesamt wurden 11 solcher Unterlisten angemeldet - eine weniger als vor vier Jahren.

2007 traten die grösseren Parteien mit bis zu vier Unterlisten an. Diesmal sind es höchstens zwei, in der Regel solche mit den Jungparteien. Grüne und CVP präsentieren je eine gemischte Liste mit Jungen und Alten, SVP und erstmals auch die SP eine Liste mit Auslandschweizerinnen und Auslandschweizern.

Nur vier Rücktritte

Das Gerangel um die 34 Zürcher Nationalratssitze ist gross. Nur vier Bisherige verzichten auf eine erneute Kandidatur: Hans Rutschmann (SVP) und Christine Goll (SP), die beide über 20 Jahre der grossen Kammer angehörten, und Mario Fehr (SP), der im Frühjahr in den Regierungsrat gewählt wurde. Unfreiwillig ist dagegen der Verzicht von Anita Thanei. Die langährige SP-Nationalrätin verpasste bei der parteiinternen Nomination die Zweidrittels-Mehrheit, die für Ratsmitglieder mit mehr als 12 Amtsjahren nötig war.

Erstmals auf der nationalen Bühne vertreten ist die BDP. Das Abschneiden der SVP-Abtrünnigen wird mit Spannung erwartet. Nach ihrem Erfolg bei den kantonalen Wahlen im Frühjahr darf sich die BDP berechtigte Hoffnungen auf einen Sitzgewinn machen.

Wie bei früheren Nationalratswahlen beteiligen sich am 23. Oktober auch verschiedenen Kleinstparteien und Gruppierungen an der Wahl. Dazu gehören die Anti PowerPoint Partei, die Tierpartei Schweiz, Subitas Schweiz, Konfessionslose.ch - Liste für die Trennung von Staat und Kirche, parteifrei.ch und last bat not least die Schweizerische Narrenpartei - die wenigstens Ehrlichen. (jcu/sda)

(Erstellt: 19.08.2011, 13:30 Uhr)

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