A380: Gut für die Kasse, schlecht für die Kunden
Von Christoph Landolt. Aktualisiert am 20.10.2009 19 Kommentare
Artikel zum Thema
- Superjumbo A380 setzt zum Landeanflug in Zürich an
- Kommt der A380 nach Zürich?
- Schnell, gross und kurios: Diese Jets landeten schon in Zürich
Etwas gesehen, etwas geschehen?
Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...
Singapore Airlines plant gemäss einem Bericht des «Zürcher Unterländers», auf der Strecke von Singapur nach Zürich anstelle der bisherigen Boeing 777 den rund doppelt so grossen Airbus A380 einzusetzen.
Falls der Doppelstock-Jet tatsächlich kommen sollte und Zürich nach London und Paris zur dritten europäischen Destination für A380-Flüge wird, ziehen die Handwerker auf. Zwar wäre eine Abfertigung des Superjumbos auch mit der vorhandenen Infrastruktur möglich. Um die 471 Passagiere indes schnell in die Maschien zu bringen, sind bauliche Massnahmen nötig. Erst eine sogenannte Upper-Deck-Aero-Bridge, die das Gate mit der oberen Etage verbindet, ermöglicht den effizienten Zugang zum Flugzeug. Jasmin Bodmer von der Flughafen Zürich AG bestätigt gegenüber Tagesanzeiger.ch, dass die Warteräume vergrössert würden und der A380 am Dock E andocken würde.
Fast nur Nachteile
Aviatik-Experte Sepp Moser vermutet, dass Singapore Airlines aus Kostengründen auf den A380 setzt: «Singapore kann den zweiten Flug, den sie auf dieser Strecke anbieten, nicht füllen.» Die Fluggesellschaft kann mit dem Typenwechsel die Kosten senken: Weniger Aufwand für Personal, tieferer Kerosin-Verbrauch pro Passagier, tiefere Gebühren für nur ein Flugzeug statt zwei. Für die Passagiere habe die Umstellung fast nur Nachteile, meint Moser: «Es wird im Flugzeug enger.» Ausserdem falle die zweite tägliche Verbindung weg.
Nicht weniger Lärm
Positive Auswirkungen auf die lärmgeplagten Anwohner im Süden des Flughafens erwartet Moser nicht: Der A380 sei wie jedes neue Modell sparsamer und leiser als ältere Muster – lande aber weiterhin um 6 Uhr in der Früh von Süden her. Auch dass die zweite Boeing 777 wegfällt, die bisher am Nachmittag in Kloten ankam, bringt kaum eine Entlastung: «Der musste nie von Süden anfliegen und störte daher weniger.»
Noch steht indes nicht fest, ob der Airbus A380 tatsächlich kommt. «Wir sind zurzeit in Gesprächen», bestätigt Flughafen-Sprecherin Bodmer. Natürlich würde man sich freuen, den A380 am Flughafen Zürich begrüssen zu dürfen: «Das neue Flugzeug wäre eine zusätzliche Attraktion für den Flughafen.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 20.10.2009, 15:05 Uhr
Kommentar schreiben
19 Kommentare
Weniger Platz? Wo im A380 hat Herr Moser das getestet? Auf der Bordtoilette? So was Blödes, habe ich ja noch nie gehört. Ausserdem landet der Morgenflug von Singapore zwischen halb acht und acht, und nicht um sechs Uhr. Zumindest war das bei meinen letzen 4 Flügen so. Ein Flug pro Tag reicht doch völlig. Ist auf jeden Fall besser einen vollen Flieger zu haben, anstelle von zwei halb vollen, oder? Antworten
Sehr geehrter Hr. Moser Als Aviatikexperte sollten sie doch wissen, dass der A380 genau so viel Platz pro Passagier hat oder etwas mehr wie die Boing 777. Das Platzangebot ist selbst in der Touristenklasse sehr gut, ist über dem Durchschnitt im oberen Segment einzugliedern wie man es sich bei der Singapore Airline gewohnt ist. Auch ist der A380 eine Spur leiser als die Boing 777. Gruss J.F. Antworten


































