Zürich
«Agglomeration ist alles, wo keine blauen Trams mehr fahren»
Interview Felix Schindler. Aktualisiert am 17.08.2010
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Das ist «Hauptstadt»
Ab 1. Oktober erscheint in Zürich das Satiremagazin «Hauptstadt». Chefredaktor wird Reda El Arbi, der noch bis Ende Oktober als Journalist beim «Blick» arbeitet. Den Verlagsteil organisiert Chara Frangos, die bei der «Bilanz» als Projektleiterin tätig war. Der neue, 32-seitige Printtitel wird in einer Auflage von 10'000 Exemplaren gedruckt. Rund 30 Journalisten, Blogger und Comedians werden die Beiträge verfassen. Unter ihnen altbekannte Namen wie Thomas Meyer («Federhure», «Kult») oder Domenico Blass (Autor bei Giacobbo/Müller). Laut dem Onlineportal Persoenlich.com soll «Hauptstadt» ein «sehr, sehr böses» Magazin werden, das Politsatiren bringen wird, aber auch Themen aus den Bereichen People, Unterhaltung und Lifestyle abdecken wird. Das Heft kostet 5 Franken, ein Abo (10 Ausgaben) gibts für 40 Franken. (pa)
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Sie wollen ein Satire-Magazin herausgeben, dessen Schlachtruf lautet: «Arrogant. Und das zu Recht». Wen werden sie durch den Dreck ziehen? Die Zürcher oder die Landeier?
Wir lachen natürlich über die Zürcher, das sind die Wichtigsten. Selbstironie ist eines unserer wichtigsten Werkzeuge: Einer, der in einer unserer ersten Geschichten auseinander genommen wird, bin ich selbst.
Das heisst, die Aargauer kommen für einmal ungeschoren davon?
Ganz sicher nicht. Wir haben auch ein Ressort Agglomeration. Agglomeration ist alles, wo keine blauen Trams mehr fahren, von Baden bis Washington.
Ob das Konzept aufgeht, steht und fällt damit, ob ihre Autoren wie Domenico Blass, Midi Gottet und Helmi Sigg sich tatsächlich über sich selbst lustig machen können. Denn es sind ja selbst alles Vertreter eines grossspurigen Zürichs.
Klar, sie sind alles Szenis. Ich denke, gerade wenn man schon erfolgreich ist, braucht man eine gehörige Selbstironie, um nicht abzuheben. Alle unsere Autoren zeichnen sich durch kritische, humoristische Selbsterkenntnis aus.
Was, wenn ihr Magazin ausserhalb Zürichs als neuerliche Selbstbeweihräucherung der Städter wahrgenommen wird?
Wen interessierts, was man ausserhalb denkt?
Übrigens: Der Heimatort des «Hauptstadt»-Chefredaktors ist Abtwil, AG. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 17.08.2010, 14:52 Uhr


