Alle Kursschiffe auf dem Zürichsee verkehren nun GPS-überwacht

Von der Stube zu Hause oder vom Bänkli am See aus ist die Position der Schiffe für alle online sichtbar.

Die Position der Helvetia und der anderen Zürichseeschiffe kann auch von daheim verfolgt werden: Schiffe auf dem See.

Die Position der Helvetia und der anderen Zürichseeschiffe kann auch von daheim verfolgt werden: Schiffe auf dem See. Bild: Reuters

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Ist das jetzt die Helvetia, die Linth oder diese Panta Rhei? Solche Fragen lassen sich nun vom Ufer des Zürichsees aus mit einem Mausklick oder Fingertipp auf dem Smartphone beantworten. Die 14 Zürichseeschiffe und die 3 Limmatboote sind mit einem GPS-Router ausgerüstet, der alle drei Sekunden die aktuellen Positionen überträgt. Über //map.zsg.ch oder die Website der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft (www.zsg.ch) lassen sich auf einer Karte Standorte und Fahrtrichtung der Schiffe verfolgen.

Auf dem abgebildeten Kartenausschnitt fährt der Raddampfer Stadt Rapperswil von Freienbach Richtung Rapperswil. Die Linth steckt zwischen Richterswil und Wädenswil, während das Limmatboot Turicum beim Landesmuseum angelegt hat.

Auch eine einfache Blackbox

Entstanden ist diese dynamische Schiffskarte quasi als Nebenprodukt eines neuen Softwaresystems. Damit werden gemäss ZSG-Sprecherin Conny Hürlimann hauptsächlich die Einsätze der Schiffe, Tischreservationen und die Kundenverwaltung abgewickelt. Sollte ein Schiff vom Kurs abkommen und eine Untiefe rammen, können theoretisch auch nachträglich die Positionen kontrolliert werden – allerdings nicht vom Publikum, sondern nur von den ZSG-Verantwortlichen. Somit erfüllt der GPS-Router auch die Funktion einer ganz einfachen, inoffiziellen Blackbox.

Die Schiffe ziehen auf der Karte einen kleinen Schweif hinter sich her. Damit lassen sich Fahrtrichtung und Geschwindigkeit erkennen. Die Karte ist auf dem Computer fast beliebig zoombar. Das funktioniert auf dem Handy erst mässig gut. Die Software soll gemäss Hürlimann aber demnächst angepasst werden.

Livecam auf der Wädenswil

Erstellt wurde die Software von der auf Schifffahrtslösungen spezialisierten Firma J & A Informatik. Die Positionen werden gemäss Chefentwickler Andreas Meier über das Handynetz übertragen. Die aktuellen Schiffspositionen dienen gemäss Meier nicht nur dem Informationsbedürfnis des Publikums, sondern können auch zur Fahrplanoptimierung verwendet werden. So lässt sich beispielsweise zurückverfolgen, warum und wie lange Schiffe beim Bürkliplatz warten mussten, weil sie sich im Wege standen.

Neu ist auf der Website auch der Einsatzplan der Schiffe fünf Tage im Voraus (//einsatzderschiffe.zsg.ch/). Heute fährt das Dampfschiff Stadt Zürich nach Schmerikon und zurück. «Bisher hatten wir viele Kunden, die sich telefonisch nach dem Einsatz der Dampfschiffe erkundigten», sagt Conny Hürlimann. Andere wiederum hätten unbedingt einmal mit der Panta Rhei fahren wollen – «oder eben gerade nicht».

Ein ganz spezielles Bedürfnis von Schiffs- und Wetterfans – oder gestressten Bürolisten – erfüllt die Wädenswil. Sie hat eine Webcam installiert, die alle paar Sekunden Livebilder sendet: das Morgenwetter in der Werft Wollishofen, die erste Einfahrt am Bürkliplatz oder die beiden Passagen durch den Damm von Rapperswil. Die Bilder werden gespeichert und können einen Monat lang zurückverfolgt werden. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 16.08.2013, 07:32 Uhr

Die aktuellen Positionen, vor Freienbach der Dampfer Stadt Rapperswil. (Zum Vergrössern der Grafik auf das Bild klicken). (Bild: ZSG)

Artikel zum Thema

Sahelzone am Seebecken

Die Wiesen am Zürichsee erinnern mehr an Randgebiete einer Wüste denn an eine mitteleuropäische Parkanlage. Braun statt grün, wohin das Auge reicht. Das wird noch eine Weile andauern. Mehr...

Zürichsee für Überquerung zu kalt

21 Grad Mindesttemperatur wollen die Organisatoren der Zürcher Seeüberquerung messen, sonst findet der Anlass nicht statt. Derzeit sind es nur 18 Grad. Mehr...

Zürichsee steht sechs Zentimeter vor «Hochwassergefahr»

Der See ist randvoll. An einigen Stellen schwappt das Wasser über die Ufer. Das wird auch ohne Dauerregen in den kommenden Tagen so bleiben. Beim Pfäffiker- und Greifensee ist der Alarmwert überschritten. Mehr...

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

TA Marktplatz

Kommentare

Abo

Digitale Abos - Neu ab 18.- pro Monat

Tages-Anzeiger unbeschränkt lesen:
Jetzt neu ab 18.- CHF pro Monat.

Die Welt in Bildern

Wellenreiter: Jonathan Gonzalez, Mitglied des spanischen Surf-Teams, übt seine Künste im Wave Garden, einem grossen Pool, der Wellen künstlich erzeugt (25. Mai 2017).
(Bild: Vincent West) Mehr...