«Als SVP würde ich nicht jubeln»
Von Daniel Schneebeli. Aktualisiert am 30.11.2009
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Die Regierungsrats-Ersatzwahl endete mit dem erwarteten Resultat. Mit 55 Prozent der Stimmen ist der 54-jährige Wädenswiler Stadtpräsident und Meisterlandwirt Ernst Stocker zum Nachfolger von Rita Fuhrer (SVP) in den Regierungsrat gewählt worden. SP-Kandidat, Nationalrat und Uniprofessor Daniel Jositsch erreichte 45 Prozent der Stimmen. Für FDP-Präsident Beat Walti hat Jositsch ein «respektables» Resultat gemacht, aber eine Zitterpartie sei es nicht gewesen. «Die Bevölkerung wollte offensichtlich keine Experimente und hat den Anspruch der SVP auf diesen Regierungssitz anerkannt.» Walti zeigte sich überzeugt, dass die Freisinnigen Stocker geschlossen gewählt haben. Er habe wegen der freisinnigen StockerParole aus der Parteibasis keine einzige negative Reaktion erhalten.
Auch SVP-Präsident Alfred Heer zollt Jositsch Respekt. Er sei ein hartnäckiger Gegner gewesen. Er glaubt nicht, dass Stocker von der hohen Beteiligung der Minarettgegner profitiert hat – im Gegenteil: «Wenn sich Ernst Stocker im Wahlkampf für die Minarett-Initiative ausgesprochen hätte, hätte ihm das noch einige Stimmen mehr gebracht.»
Hat die SP Chance verpasst?
SP-Präsident Stefan Feldmann war über das Resultat von Jositsch – trotz Niederlage – fast euphorisch. Sein Kandidat habe mit seinen 143'000 Stimmen ein besseres Resultat geholt als seinerzeit die FDP-Regierungsrätin Ursula Gut. Sie war 2006 mit 122'000 Stimmen gegen die Grüne Ruth Genner in einer Ersatzwahl gewählt worden. Nicht nur Jositsch habe einen guten Wahlkampf gemacht, sondern auch die Partei. Die SP habe die Lethargie überwunden, sagte Feldmann. Die grüne Co-Präsidentin Jeanine Kosch spricht von einem Achtungserfolg für Jositsch: «Wenn ich die SVP wäre, würde ich heute nicht jubeln.» Jositsch habe den geschlossenen Bürgerblock inklusive EVP und CVP gegen sich gehabt. Das sei eine sehr schwierige Ausgangslage gewesen.
Selbstkritsch gab sich CVP-Präsident Markus Arnold. Seine Partei habe es nicht geschafft, die Parteibasis von Stocker zu überzeugen. Diese habe zu einem grossen Teil Jositsch gewählt. Für Arnold hat die SP eine Chance verpasst. Jositsch sei zu wenig fassbar gewesen, findet der CVP-Präsident. «Ein währschafter Sozi, wie der Winterthurer Stadtpräsident Ernst Wohlwend, hätte der SP bestimmt den Sieg gebracht», sagte Markus Arnold.
Regierungspräsidentin Regine Aeppli (SP) gratulierte gestern beiden Kandidaten: Stocker zur Wahl und Jositsch zu seinem «ausgezeichneten Resultat». Sie freue sich auf den neuen «kollegialen Regierungskollegen». Mit Stocker sind die Frauen in der Zürcher Regierung nur noch zu zweit. Aeppli: «Das ist schon etwas wenig.» Doch an den Entscheiden im Gremium ändere sich dadurch «überhaupt nichts». (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 30.11.2009, 07:19 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.


