Aussichtsturm-Projekt gefährdet Wildruhe

Auf dem Altberg über dem Gubrist-Tunnel soll ein Aussichtsturm für Wanderer und Naturfreunde entstehen. Wenig begeistert sind die Jäger. Sie befürchten, dass das Wild so nicht zur Ruhe kommt.

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Ursprünglich wollten Behördenvertreter bereits im vergangenen Frühling einen Wettbewerb für einen Turm auf dem Gubrist-Tunnel ausschreiben. Doch das Projekt auf dem Altberg zwischen dem Limmat- und Furttal verzögert sich massiv. Grund ist offenbar ein Streit zwischen den Initianten und den Jägern.

Die Idee eines 40 Meter hohen Aussichtsturms bei der Waldschenke Altberg wird zwar von Regesndorf, Dällikon, Dänikon Unterengstringen, Weiningen, Geroldswil, Oetwil und Würenlos unterstützt. Doch laut Peter Staub, Gemeindepräsident von Dällikon und Sprecher der Arbeitsgruppe Altbergturm, stellen sich die Jagdgesellschaften aus der Region quer. «Sie missbrauchen das Projekt für den Turm als Anlass, um grössere Ruhe für das Wild zu fordern, als derzeit vorhanden ist.» Doch das könne man nicht einfach mit dem Turm verknüpfen, sagt Staub: «Das ist ein Projekt für sich.»

Jäger fordern Ruhezonen

Martin Peter, Jagd-Obmann in Weiningen und Wildhüter in den Revieren Weiningen und Oetwil, widerspricht: «Die Idee für mehr Ruhezonen kommen von der Fischerei- und Jagdverwaltung und wird von den Jägern unterstützt».

Laut Peter wehren sich die Jäger jedoch klar gegen mehr Besucher auf dem Altberg: «Bereits heute wird der Wald stark genutzt.» Wenn nun ein Turm das Gebiet noch attraktiver macht, könne niemand sagen, wie viel Leute zusätzlich kommen. Deshalb setzten sich die Jäger dafür ein, dass Wildschutzgebiete markiert und Ruhezonen für das Wild signalisiert werden.

Kanton arbeitet an Infotafel

Die Vorschläge der Jäger zu ausgeschilderten Ruhezonen ging der Arbeitsgruppe gemäss Staub zu weit. Man müsse alle Waldbesucher berücksichtigen.

Die kantonale Fischerei- und Jagdverwaltung hilft derzeit mit, eine Lösung des Konflikts zu finden. Wie deren stellvertretender Leiter Jürg Zinggeler sagt, werde man in Zusammenarbeit mit den Jägern die Wildruhegebiete bestimmen und diese mit Infotafeln signalisieren. «Das Turmprojekt war dafür ein Auslöser.» Das richte sich jedoch nicht gegen das Bauvorhaben. «Das Ausscheiden von Schongebieten ist schon länger nötig.» Ein Aussichtsturm werde dadurch nicht verhindert, sondern sei trotzdem möglich.

Momentan arbeitet die Fischerei- und Jagdverwaltung zusammen mit der Abteilung Wald einen Vorschlag für eine Infotafel aus. Ein Entwurf soll Mitte Oktober vorliegen.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 11.09.2008, 17:42 Uhr

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