Zürich

BDP-Politiker soll Frau zur Schlachtung angeboten haben

Aktualisiert am 07.05.2012

Der 53-Jährige gab sich in einem einschlägigen Internetforum als Frau eines Bekannten aus, die an kannibalistischen Sadomaso-Praktiken interessiert sei. Am Mittwoch muss er sich vor Gericht verantworten.

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In einer Anzeige auf einer einschlägigen Internetseite bot ein 53-jähriger Schweizer die Frau eines Freundes und deren 12-jährige Tochter zur Schlachtung an, wie Blick in seiner heutigen Ausgabe schreibt. Offenbar suchte er Interessierte, welche zumindest die Frau nach sadistischen Praktiken töten würden. Nun steht der Mitgründer der BDP-Sektion Embrachertal am Mittwoch wegen «strafbarer Vorbereitungshandlungen zum Mord» vor dem Winterthurer Bezirksgericht.

Der Mann gab in polizeilichen Befragungen an, dass er mit der Anzeige einem befreundeten Zürcher Stadtpolizisten habe helfen wollen, der mit seiner Frau eine Kampfscheidung durchmache. Die Frau sollte «von der Bildfläche» verschwinden. In späteren Befragungen gab er aber an, dass er die Frau nicht habe töten beziehungsweise töten lassen wollen. Die Polizei erwischte ihn, als er auf eine fingierte Antwort auf seine Anzeige reagierte.

Stadtpolizist in Untersuchungshaft

Der Mitarbeiter des Hochbauamts Winterthur und der Polizist hatten sich an einem Sado-Maso-Stammtisch kennen gelernt. Zusammen gründeten sie schliesslich die BDP-Sektion Embrachertal. Der 50-jährige Stadtpolizist sass im Zusammenhang mit der Internetanzeige sieben Wochen in Untersuchungshaft. Der Verdacht, er habe seinen Kollegen zum Mord angestiftet, hat sich bisher nicht erhärtet. Das Verfahren ist aber noch nicht endgültig eingestellt. Als Polizist und BDP-Politiker arbeitet er aber nicht mehr.

Der Urheber der Internetannonce hatte 1988 bereits eine Frau getötet. Auf einem Rastplatz im Kanton Bern erschoss er eine 27-jährige Archäologin. Damals wurde er für Raubmord zu 15 Jahren Haft verurteilt, von denen er 10 Jahre absitzen musste.

(jcu)

Erstellt: 07.05.2012, 10:04 Uhr

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