Zürich

14 Jahre für Berisha – Verteidiger legt Beschwerde ein

Aktualisiert am 21.08.2009

Der ehemalige Thaiboxer ist heute wegen vorsätzlicher Tötung zu 14 Jahren Haft verurteilt worden – das Gericht sieht sein Verschulden als schwer an. Der Verteidiger akzeptiert das Urteil nicht.

Im weissen Hemd ins Gericht: Bashkim Berisha am Donnerstag in Zürich.

Im weissen Hemd ins Gericht: Bashkim Berisha am Donnerstag in Zürich.
Bild: Walter Bieri/Keystone

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Der ehemalige Thaibox-Weltmeister Bashkim Berisha ist am Donnerstag vom Zürcher Obergericht der vorsätzlichen Tötung schuldig gesprochen worden. Er wurde mit einer Freiheitsstrafe von 14 Jahren bestraft und muss eine Psychotherapie absolvieren.

Von der Freiheitsstrafe hat Berisha bereits rund vier Jahre abgesessen. Laut Urteil hat Berisha den Angehörigen des Opfers Genugtuungssummen in der Gesamthöhe von 270'000 Franken zu zahlen.

Staatsanwalt zufrieden

Mit seinem Strafmass blieb das Gericht nur wenig unter dem Antrag des Angklägers, der 16 Jahre gefordert hatte. Staatsanwalt Manuel Kehrli zeigte sich auf Anfrage denn auch zufrieden mit dem «differenziert begründeten Urteil».

Der Verteidiger hatte einen Freispruch, im Falle eines Schuldspruchs eine Freiheitsstrafe von maximal sieben Jahren gefordert. Berisha habe sich in einer Notwehrsituation befunden. Der Schuss sei ein Unfall gewesen. Berisha wurde jedoch auch wegen Verstosses gegen das Waffengesetz verurteilt.

Verteidiger meldet Beschwerde an

Er werde auf jeden Fall Beschwerde anmelden, sagte der Anwalt. Erst wenn die schriftliche Urteilsbegründung vorliege, könne man die Chancen eines Weiterzugs abschätzen.

Der Tatbestand der vorsätzlichen Tötung liege sehr viel näher bei Mord als bei Totschlag, erklärte das Gericht. Der Angeklagte habe ein ausserordentlich schweres Verschulden auf sich geladen. Aus nichtigstem Anlass habe er das Leben eines jungen Familienvaters ausgelöscht, habe diesen regelrecht exekutiert.

Streit um Parkplatz

Der Angeklagte hatte am 11. Februar 2005 in Dübendorf ZH im Streit um einen Parkplatz einen 26-jährigen Mann erschossen. Dem tödlichen Schuss ging ein heftiger verbaler Streit voran. Beide Männer beschimpften sich aufs Übelste.

Nach Darstellung der Anklage liess sich Berisha derart provozieren, dass er eine Schusswaffe zog. Laut Berisha zog das spätere Opfer die Waffe, und er selbst drehte diesem die Hand weg, worauf sich ein Schuss löste.

Nach der Tat flüchtete Berisha in den Kosovo, wurde dort aber verhaftet. Im Juli 2007 wurde er an die Schweiz ausgeliefert. Derzeit befindet er sich im vorzeitigen Strafvollzug.

Profi-Boxer-Vertrag abgeschlossen

Der 28-jährige Angeklagte erklärte vor Gericht, wie Leid ihm das Ganze tue. Seine Reue und eine leicht verminderte Schuldfähigkeit führten zu einer Strafreduktion. Berisha war ein erfolgreicher Thai-Boxer. Er strebte eine Karriere als Profi-Boxer an. Wenige Monate vor jenem 11. Februar hatte er den Vertrag abgeschlossen.

Der Angeklagte verbrachte seine ersten Lebensjahre im Kosovo. Als Elfjähriger zog er mit der Familie zum Vater nach Winterthur. Der Bub hatte Mühe in der Schule und konnte sich nicht in sein neues Leben eingewöhnen. Immer wieder wurde er straffällig, häufig war er gewalttätig. (ep/sda)

Erstellt: 21.08.2009, 10:32 Uhr

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