Bei Weiningen ein Dach auf die A1

Der Bund sieht am Südportal des Gubristtunnels nur einfache Lärmschutzmassnahmen vor. Der Kantonsrat machte sich aber für eine Überdachung stark.

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Das Postulat zum Bau einer dritten Tunnelröhre, das gestern Montag im Kantonsrat traktandiert war, hat sich längst überlebt: Vor zwei Wochen stellte das Bundesamt für Strassen (Astra) bereits das Ausführungsprojekt vor. Die dritte Gubriströhre wird voraussichtlich 2014 eröffnet werden, die Nordumfahrung 2016 ausgebaut sein. So wurde das Postulat als erledigt abgeschrieben – unbestritten, aber nicht diskussionslos. Zu reden gab, dass der Bund am Südportal keine Einhausung vorsieht. Das Astra bezweifelt den Nutzen und rechnet mit 100 Millionen Franken Zusatzkosten. Der Ausbau ist insgesamt auf 940 Millionen Franken veranschlagt.

Gemeinsam gegen Verkehrslärm

Willy Haderer (SVP, Unterengstringen) forderte, dass sich die Regierung für die Überdachung einsetze, zumal sie im Verkehrsrichtplan stehe. «Es stimmt nicht, dass sie den Bau verzögert, denn die Vorstudien sind vorhanden.» Die Einhausung erhielt Unterstützung von allen Seiten. SP und Grüne meinten zwar, der Ausbau des Gubrists verlagere nur die Verkehrsprobleme, doch «lieber mit Überdachung als ohne», sagte Lars Gubler (Grüne, Uitikon), «dann stauen sich die Autos im Tunnel statt in der Sonne». Hartmuth Attenhofer (SP, Zürich) erinnerte daran, dass auch im Raum Seebach eine Überdeckung ausstehe: «Wir müssen gemeinsam gegen den Strassenlärm einstehen, nicht dass sich wie am Flughafen 25 Organisationen bilden, die sich gegenseitig bekämpfen.»

Hanspeter Haug (SVP), Gemeindepräsident von Weiningen, wies auf die beim Nordportal vorgesehene Überdachung hin – «zum Schutz von Mooren und Wild – bei uns geht es aber um Menschen, das ist an Zynismus nicht zu übertreffen». Barbara Angelsberger (FDP, Urdorf): «Eine solche Ungleichbehandlung würde im Limmattal nicht verstanden.» Josef Wiederkehr (CVP, Dietikon) verlangte deshalb vom Regierungsrat Rückenstärkung für das Anliegen. «Das Limmattal würde gerne einmal eine positive Botschaft aus der Volkswirtschaftsdirektion entgegennehmen.» Regierungsrätin Rita Fuhrers (SVP) Botschaft war jedoch eher verschlüsselt: Man sei an einer raschen Realisierung des Gubristausbaus interessiert, und der Bund werde Lärmschutzmassnahmen, die das übliche Mass überschreiten, nicht voll finanzieren. Doch suche der Kanton mit Gemeinden und Bund das Gespräch. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 16.09.2008, 08:27 Uhr

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