Bei Widmer-Schlumpf bricht die SVP mit ihrer Tradition
Von Lucienne-Camille Vaudan. Aktualisiert am 12.01.2012 153 Kommentare
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Traditionsgemäss wird an die Albisgüetli-Tagung der jeweilige Bundespräsident als Schlussredner eingeladen. Doch in diesem Jahr läuft der grösste SVP-Anlass anders ab: Am nächsten Freitag wird mit Oswald Grübel kein Politiker, sondern ein Banker vor das Mikrofon treten.
Obwohl der ehemalige UBS- und CS-Chef thematisch höchst aktuelle und brisante Themen ansprechen wird, ist die Wirtschaftslage nicht der ausschlaggebende Grund, für den Bruch der Tradition: «Es ist ja wohl klar, dass Frau Widmer-Schlumpf nicht zu unseren bevorzugten Gästen gehört», sagt Yves Gadient, Parteisekretär der SVP Zürich auf Anfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnet.
Redner sind thematisch «völlig frei»
Herr Grübel sei gerade zu diesem Zeitpunkt ein interessanter Gastredner, «ohne seine Bankmandate kann er nun völlig frei sprechen», ist Gadient überzeugt. Wie alle anderen Sprecher auch, sei der ehemalige Bankmanager thematisch völlig frei, betont Gadient. Dass er über den Finanzplatz Schweiz reden werde, liege aber auf der Hand.
Widmer-Schlumpf sei der SVP inhaltlich sicherlich näher als beispielsweise Micheline Calmy-Rey, die im vergangenen Jahr eingeladen wurde. «Aber mit ihrem Verhalten vor vier Jahren hat sich Widmer-Schlumpf nicht gerade für eine Einladung qualifiziert», meint der Parteisekretär diplomatisch. Die BDP-Politikerin und diesjährige Bundespräsidentin an der Albisgüetli-Tagung sprechen zu lassen, sei nie zur Diskussion gestanden. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 12.01.2012, 13:48 Uhr
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