Bern setzt auf eine Einigung mit Deutschland
Von Stefan Häne. Aktualisiert am 16.12.2009 4 Kommentare
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Lärmbetroffene Personen bei drei möglichen Betriebsvarianten auf dem Flughafen Zürich
Die Schweiz will Deutschland im nächsten Jahr einen neuen Vorschlag über die Benutzung des süddeutschen Luftraums unterbreiten. Dabei möchte die Schweiz erreichen, dass der Flughafen zwischen 6 und 7 Uhr morgens von Norden her angeflogen werden kann. Ziel der kommenden Verhandlungen sei es, die deutschen Restriktionen bei den Nordanflügen zu lockern, sagte Peter Müller, der Direktor des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (Bazl), gestern in Bern. Was die Schweiz im Gegenzug anbietet, ist offen. Die Details sind laut Müller vertraulich.
Ob der angestrebte Durchbruch gelingt, ist fraglich. Süddeutschland hat am Montag bekräftigt, der Schweiz kein Jota entgegenzukommen. Der Waldshuter Landrat Tilman Bollacher will in Berlin sogar auf weitere Einschränkungen für Anflüge über Süddeutschland hinwirken.
Drei Betriebsvarianten
Den Rahmen für die anstehenden Gespräche mit Deutschland bilden drei Betriebsvarianten. Das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) hatte die drei Optionen für das künftige Betriebsregime im August vorgelegt, zu denen sich die betroffenen Kantone äussern konnten. Nach Auswertung der Antworten hat das Departement von Bundesrat Moritz Leuenberger (SP) entschieden, alle drei Varianten weiterzuverfolgen. Solange keine neue Regelung mit Deutschland vorliegt, gilt die Variante «E DVO», welche die deutschen Sperrzeiten einhält. Das Uvek bevorzugt jedoch jene zwei Varianten, die beide eine Einigung mit Deutschland voraussetzen. Eine davon, die Variante «J optimiert», sieht Pistenverlängerungen vor und belastet gemäss Bazl am wenigsten Menschen mit Fluglärm.
Weiter will das Uvek bei schlechtem Wetter Starts geradeaus nach Süden zulassen. Es geht um rund 1000 Abflüge pro Jahr. Bazl-Direktor Müller betonte, Südabflüge zur Erweiterung der Kapazitäten kämen nicht in Frage. Die Bedenken der Fluglärmgegner konnte er damit gleichwohl nicht zerstreuen. Das Fluglärmforum Süd verlangt eine «rechtsverbindliche Garantie», damit der Süden «nicht schleichend zum Startkorridor mutiert». Die IG Nord wirft dem Bazl vor, die politische Realität zu verkennen. Die Vereinigung Bürgerprotest Fluglärm Ost spricht von einem «Verrat an der eigenen Bevölkerung». Der Uvek-Beschluss sei ein «taktischer Super-GAU». Deutschland kenne nun das Maximum, zu dem Bern bereit sei. Wer beim Pokern die Karten offen auf den Tisch lege, müsse sich nicht wundern, wenn er verliere. Die Grüne Partei geisselt das Uvek als «Handlanger der Luftfahrtturbos». Sie hofft, das Zürcher Stimmvolk werde die Initiative für ein Pistenausbauverbot annehmen.
Die verbleibenden Varianten finden Eingang in den Sachplan Infrastruktur Luftfahrt (SIL), der die Basis für den Betrieb des Flughafens Kloten bis 2030 bildet. Mitte 2010 wird der SIL parallel zu den Richtplänen der betroffenen Kantone öffentlich aufgelegt. Neben den Kantonen wird sich auch die Bevölkerung zum Entwurf äussern können. Das letzte Wort hat der Bundesrat. 2012 wird er das SIL-Objektblatt absegnen. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 16.12.2009, 04:00 Uhr
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4 Kommentare
wahrscheinlich muss sich die Schweiz in naher Zukunft darauf einstellen, dass der Flughafen Zürich nur noch von Osten und von Süden angeflogen werden kann und somit die Nordanflüge gestrichen werden. Die Schweiz hat da einen schweren Stand und Deutschland hat uns fest im Griff und kann besser verhandeln. Antworten
Das ist doch Zwängerei. Alle Drei Varianten bauen darauf, dass die Deutschen nachgeben. Leider hat die Schweiz bis jetzt NICHTS getan, um die Situation zu verbessern. Keinen Schritt auf die Nachbarn zu, keine konstruktiven Vorschläge, einfach Nichts. Ist wie mit Kindern: Trötzlen uns Stämpfelen führen selten zum Ziel. ..und dann will die Schweiz auch noch Atommüll an der Grenze lagern... Antworten


































