Besuch in der Moschee von Winterthur
Von Susanne Anderegg. Aktualisiert am 07.11.2009
Die Gläubigen des Islamisch-Albanischen Vereins beim Freitagsgebet: Auch diese Winterthurer Moschee steht heute allen Besuchern offen. (Bild: Doris Fanconi)
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Drei Wochen vor der Abstimmung über ein Minarett-Verbot findet heute Samstag der Tag der offenen Moschee statt. Im Kanton Zürich machen 20 Moscheen mit, 9 in Zürich, 3 in Winterthur und je eine in Bachenbülach, Dällikon, Dübendorf, Rüti, Schlieren, Werrikon-Uster, Wädenswil und Wallisellen. Verschiedene Muslim-Gemeinschaften laden die Bevölkerung ein, ihre Gebetsräume zu besichtigen (14–18 Uhr) und sich über den Islam in der Schweiz zu informieren.
Die Moscheen zu finden, ist allerdings gar nicht so einfach (Adressen unter www.vioz.ch). Viele sind in Gewerbebauten untergebracht, liegen in Hinterhöfen und sind kaum beschildert. Minarette, die sie anzeigen würden, gibt es in der ganzen Schweiz nur vier. Das älteste steht gut sichtbar auf der Mahmud-Moschee beim Balgrist in Zürich. Gegen seinen Bau 1963 gab es keine Einsprachen. Die Moschee mit dem hohen schmalen Minarett gehört der Ahmadiyya-Gemeinde, einer messianischen Reformbewegung, die nicht zur Vereinigung Islamischer Organisationen Zürich gehört. Sie ist von 10 bis 18 Uhr offen.
Das fast unsichtbare Minarett
Weit weniger auffällig ist das zweite Minarett im Kanton Zürich, das in Winterthur steht. Es gehört zur Moschee des Islamisch-Albanischen Vereins, der 2002 eine Gewerbehalle im Industriequartier Grüze umnutzte. 2005 reichte der Verein ein Baugesuch für ein vier Meter hohes Minarett ein, das die Stadt bewilligte. Es gab nur eine einzige Vorgabe, wie Bausekretär Fridolin Störi sagt: «Es dürfen keine akustischen Signale verbreitet werden.» Das heisst, es darf kein Muezzin zum Gebet aufrufen. Einsprachen von Nachbarn gingen nicht ein. Die Winterthurer wussten vor der Minarett-Initiative kaum, dass es in ihrer Stadt einen solchen Turm gibt.
«Wir haben keine Probleme wegen des Minaretts gehabt», sagt denn auch Vereinspräsident Nuhi Mehmeti. Dass es das einzige Minarett in Winterthur ist, erklärt er mit den Besitzverhältnissen: «Die Liegenschaft gehört uns, andere hingegen sind nur gemietet. Mit dem Minarett wollen wir zeigen, dass hier eine Moschee ist.» An die Kronau-strasse würden nicht nur albanisch-stämmige Muslime kommen, sagt Mehmeti, sondern auch Gläubige aus der Türkei, Pakistan und von anderswo. «Wir haben eben eine sehr schöne Moschee, mit einer acht Meter hohen Innenkuppel.» Von aussen würde man das hinter der grauen Metallfassade des ehemaligen Gewerbehauses nicht vermuten. Um 14 Uhr geht hier die Tür auf. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 07.11.2009, 04:00 Uhr



