Betroffenheit quer durch alle Parteien
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Die Hiobsbotschaften wollen für Regierungsrätin Rita Fuhrer kein Ende nehmen. Am letzten Freitag mussten ihr die Ärzte einen Tumor aus der Brust entfernen. Wie sich nun herausgestellt hat, ist er bösartig. Die Operation ist laut Kommunikationsabteilung des Regierungsrates gut verlaufen. Rita Fuhrer kann das Spital noch diese Woche wieder verlassen, muss sich allerdings Anfang des nächsten Jahres Chemotherapien und anschliessend Bestrahlungen unterziehen.
Rita Fuhrer fiel bereits diesen Frühling wegen einer schweren Lungenentzündung monatelang aus. Kaum war sie wieder einigermassen gesund, verunfallte die Auslikerin am 13. Juni mit dem Velo und brach sich mehrere Rippen. Eine verletzte das Lungenfell schwer – und die Regierungsrätin musste deswegen zweimal operiert werden. Nach einem längeren Aufenthalt in einer Reha-Klinik nahm Fuhrer ihre Arbeit als Volkswirtschaftsdirektorin nach den Sommerferien wieder auf. Gleichzeitig kündigte sie aber aus gesundheitlichen Gründen ihren Rücktritt auf Ende April 2010 an. In den letzten Wochen und Monaten war Rita Fuhrer mehrmals in der Öffentlichkeit aufgetreten und machte dabei einen guten und motivierten Eindruck.
Thomas Heiniger springt ein
Ob die Volkswirtschaftsdirektorin nach dem erneuten gesundheitlichen Rückschlag nochmals an ihren Arbeitsplatz zurückkehren wird, konnte gestern niemand sagen. Vorerst wird Regierungsrat Thomas Heiniger (FDP) ihre Geschäfte weiterführen – mindestens bis zum Jahresende.
In der SVP hat die Nachricht von Fuhrers Krebserkrankung grosse Betroffenheit ausgelöst. «Mir tut Frau Fuhrer unendlich leid», sagt ihr Nachfolger in der Regierung, Ernst Stocker. Hans Frei, Fraktionschef der SVP im Kantonsrat, hält eine Rückkehr Fuhrers in die Regierung unter den gegebenen Vorzeichen für wenig wahrscheinlich. Stocker betont denn auch, er könne das Amt als Regierungsrat bereits frühzeitig von Rita Fuhrer übernehmen, «falls es die Situation erfordert». Keine Stellung nimmt Alt-Bundesrat Christoph Blocher. Sein Sprecher sagt, Blocher habe sich in solchen Fällen noch nie in der Öffentlichkeit geäussert. Dies gelte auch jetzt. Blocher war der grosse Förderer von Rita Fuhrer gewesen, bevor sie 1995 in den Regierungsrat gewählt wurde.
Auch Politiker aus anderen Parteien zeigen sich fassungslos und überrascht. Kantonsratspräsidentin Esther Hildebrand (Grüne) hat wie viele andere Ratsmitglieder bis gestern geglaubt, Fuhrers Operation habe im Zusammenhang mit dem Unfall gestanden. Mit der Diagnose Krebs habe wohl niemand gerechnet, sagt sie. Von einer «furchtbaren Nachricht» spricht CVP-Fraktionschef Philipp Kutter, der mit Fuhrer schon manchen Strauss ausgefochten hat. Die politischen Differenzen seien jetzt kein Thema, sagt er. «Es wäre schön, wenn Frau Fuhrer ihre Arbeit zu Ende führen und sich als Regierungsrätin auf eine gute Art verabschieden könnte.»
«Meine Frau ist stark»
Gegenüber Blick.ch äusserte sich Fredy Fuhrer, der Ehemann der Regierungsrätin. Die Diagnose Brustkrebs habe seine Frau am Mittwoch bekommen. «Das war traurig», sagte er, doch nach der Operation hätten die Ärzte seiner Frau Hoffnung gemacht. Auch Fredy Fuhrer äusserte sich hoffnungsvoll: «Meine Frau ist stark.»
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 18.12.2009, 04:00 Uhr



