Bundesgericht bremst Porschefahrer aus

Das Bundesgericht hat die Beschwerde eines Porschefahrers abgewiesen, der wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln zu einer bedingten Geldstrafe und einer Busse verurteilt worden war.

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Der Mann hatte mit seinem Porsche Cayenne Turbo ausserhalb von Neftenbach im 80-km/h-Bereich ein Auto mit 110 km/h überholt. Weil er bloss eine Verurteilung wegen einfacher Verkehrsregelverletzung wollte, zog er das Urteil bis an das Bundesgericht weiter.

Wer ausserorts die Höchstgeschwindigkeit um 30 km/h überschreitet, begeht objektiv immer eine grobe Verkehrsregelverletzung. Dies hat das Bundesgericht bereits vor zehn Jahren betont. Erforderlich ist aber auch, dass der Täter dabei ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegendes verkehrswidriges Verhalten an den Tag legt. Und genau hier hakte der Porschefahrer ein: Er habe zügig und völlig regelkonform überholt und deshalb andere Verkehrsteilnehmer nicht rücksichtslos gefährdet. Die Gefährdung wäre mit einem geringeren Tempounterschied beim Überholmanöver sehr viel grösser gewesen, weil er sich länger auf der Gegenfahrbahn aufgehalten hätte, argumentierte er.

Rücksichtsloses Verhalten

Der Autofahrer habe gewusst, dass er die Höchstgeschwindigkeit massiv überschreiten müsse, um einen anderen Lenker, der knapp unter 80 km/h fuhr, «zügig» überholen zu können. «Bei einer solchen Sachlage geltend zu machen, nicht rücksichtslos gehandelt zu haben, grenzt an Trölerei», hielt das Bundesgericht kurz und bündig fest. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 22.08.2008, 23:52 Uhr

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