Carlos bekommt ein neues Sondersetting

Für den jungen Straftäter ist wieder eine individuelle Betreuung vorgesehen. Sie kostet deutlich weniger als bisher – und Carlos soll nun auch arbeiten.

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Unter Hochdruck ist in den vergangenen Tagen ein sogenanntes Sondersetting für den 18-Jährigen mit dem Pseudonym Carlos erarbeitet worden. Die Zürcher Justizbehörden wollen heute darüber informieren, wie sie verfahren, nachdem das Bundesgericht in einem aufsehenerregenden Entscheid eine schnelle Freilassung Carlos’ angeordnet hatte. TA-Recherchen zeigen, wie das neue Sondersetting aussieht.

Es wird erneut von der auf schwierige Jugendliche spezialisierten Betreuungsfirma Riesen-Oggenfuss betrieben. Unter deren Obhut war Carlos bereits bis vergangenen August gewesen. Dann wurde er durch einen TV-Beitrag und intensive Medienberichterstattung schweizweit bekannt. Die Jugendanwaltschaft liess Carlos daraufhin festnehmen. Sie sagte, dies geschehe zu seinem eigenen Schutz. Seither wurden neue Lösungen diskutiert, aber im letzten Moment verworfen. Carlos blieb eingeschlossen.

Vorbestrafter Thaiboxer involviert

Nun sollen Pläne umgesetzt werden, wie sie im Herbst von den Justizbehörden noch verworfen worden waren. Erneut soll Carlos rund um die Uhr in Einzelbetreuung in der Nordwestschweiz leben. Der genaue Ort wird nicht bekannt gegeben, um den jungen Erwachsenen zu schützen. Geplant ist, dass Carlos dort arbeiten und Schulunterricht erhalten wird. Weil die Behörden vom Entscheid des Bundesgerichts überrascht worden sind, fehlte die Zeit, um Details zu regeln. Zudem gibt es verschiedene ungewisse Faktoren, was die Sicherheit betrifft.

Fest steht, dass der vorbestrafte Thaiboxer Shemsi Beqiri weiterhin eine Rolle im Sondersetting spielen wird. Carlos darf allerdings nur noch in seiner Freizeit bei seinem Mentor Beqiri trainieren, der diese Woche im eigenen Trainingszentrum in Reinach BL angegriffen worden war und verletzt wurde. Die jetzige Lösung ist dem Vernehmen nach noch nicht auf Dauer angelegt. Sie soll rund 19'000 Franken pro Monat kosten. Das wären monatlich rund 10'000 Franken weniger als beim ursprünglichen Sondersetting, das der verantwortliche Justizdirektor Martin Graf als «Luxuslösung» bezeichnete. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 28.02.2014, 07:21 Uhr)

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