«Dann vermieten wir halt das ganze Haus als Bordell»
Von Felix Schindler. Aktualisiert am 17.02.2011 29 Kommentare
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Im Kreis 4 geht in einem Stripclub nach dem anderen das Rotlicht aus. Doch ausgerechnet in der Sarina-Bar, einem berüchtigten Bordell an der Kanonengasse, bahnt sich genau das Gegenteil an.
«Wir haben gewusst, was uns erwartet, als wir an die Kanonengasse gezogen sind», sagt eine Mieterin. Trotzdem entpuppt sich die Situation als unzumutbar. «Aus dem Bordell kommt Lärm bis vier Uhr morgens und im Treppenhaus schlafen jede Nacht Drogensüchtige. Mit ihnen kam es schon zu unangenehmen Begegnungen. Einer wollte Geld von einem Nachbarn. Sonst lasse er ihn nicht vorbei.» Jetzt haben die Mieter gegen den Eigentümer auf Mietzinsreduktion geklagt.
«So wären wir alle Sorgen los»
Die Situation ist verfahren. Der Bordellbesitzer macht keinen Finger krumm, um gegen die Missstände vorzugehen. Mieter sind verzweifelt und wissen sich nicht mehr anders zu helfen als mit einer Klage. Und der Eigentümer sagt, er habe alles unternommen, was möglich sei. Ein Stahltor im Treppenhaus soll die Mieter schützen, Gespräche mit dem Bordellbetreiber sollen die Lage beruhigen. Doch gegen ihn ist offenbar kein Kraut gewachsen, denn er hat einen unkündbaren Mietvertrag bis 2014.
«Er kann tun und lassen, was er will. Wir können nichts machen», sagt Benjamin Neufeld, dessen Familie die Liegenschaft gehört. «Jetzt sind wir am Ende unseres Lateins.» Er sieht keinen anderen Ausweg mehr, als das Haus ans Milieu aufzugeben. «Wir denken ernsthaft darüber nach, den Mietern zu kündigen und das ganze Haus als Bordell zu vermieten. So wären wir auf einen Schlag alle Sorgen los und würden erst noch mehr damit verdienen.»
Haus steht zuoberst auf der Prioritäten-Liste
In der Stadt ist man besorgt über diese Entwicklung, denn ihr ist die Sarina-Bar schon seit jeher ein Dorn im Auge. Rolf Vieli, Leiter des städtischen Projektes Langstrasse Plus: «Der Betreiber kümmert sich nur um eines, ums Geld. In diesem Haus gibt es Gewalt, Drogen und illegale Prostitution. Das wirkt sich negativ auf das ganze Quartier aus, weshalb die Liegenschaft schon immer ganz zuoberst auf der Prioritätenliste ‹Probleme› stand.»
Die Lösung aller Probleme stellte Hans Neufeld vor sieben Jahren in Aussicht. Er kaufte die Problemliegenschaft und beabsichtigte, sie in ein Wohnhaus umzubauen. 2005 hat er eine Baubewilligung erhalten und dem Mieter gekündigt. Nach dem Tod des Vaters rekurrierte der Pächter gegen die Kündigung. Trotzdem begannen die Söhne mit dem Umbau, da die Baubewilligung sonst verfallen wäre. Doch der Richter schützt den Bordellbetreiber und entscheidet: Die Sarina-Bar darf bis 2014 in der Liegenschaft bleiben.
Hoffen auf ein Wunder
«Ich muss jetzt das Gespräch mit den Liegenschaftenbesitzern suchen und hoffe, auch den Mieter des Bordells an den Tisch zu kriegen. Er muss ein soziales Verständnis für sein Umfeld entwickeln», sagt Rolf Vieli von der Stadt. Doch der Mieter ist seit Jahren im Geschäft, er führte zahlreiche Betriebe in Zürich. Und keinen würde Vieli ein gutes Zeugnis ausstellen. Deshalb er auch nicht gerade euphorisch, wenn man ihn nach seinen Erfolgsaussichten befragt: «Wunder sind nie auszuschliessen, aber sie finden äusserst selten statt.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 17.02.2011, 11:22 Uhr
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29 Kommentare
Unfassbar diese Zustände in Zürich, Hausbesitzer haben das Nachsehen und Bordellbetreiber werden wohl bevorzugt,scheinbar hat es in dieser Stadt sehr viele Bordellanhänger und Besucher auch in hohen Etagen, ich wohnte dort in der Nähe und die Zustände dort sind mehr als nur erbärmlich, Drogensüchtige,Prostitiuerte ,Freier,Schlägereien,Diebstähle,sicherlich eines der schlimmsten Häuser im Kreis 4. Antworten

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