«Das Gedränge gehört zum Pendeln»

Eventitis in der Bahnhofshalle, viel zu teure Toiletten, komplizierte Billettautomaten: Der Ärger der Leserinnen und Leser über die Zustände im Zürcher Hauptbahnhof ist gross – die SBB wiegelt ab.

1/11 Rang 10 der Ärgernisse: das Rauchverbot. Dass im unterirdischen Bahnhof nicht mehr geraucht werden kann, ist gut. Doch als Folge davon versammeln sich die Raucher beim Zugang zu den Rolltreppen. Das nervt: «Man kommt kaum an den Süchtigen vorbei», sagt ein Pendler.
Foto: Tages-Anzeiger

«In den Zügen sind die WCs gratis»: Daniele Pallecchi verteidigt die Zustände im HB.

«In den Zügen sind die WCs gratis»: Daniele Pallecchi verteidigt die Zustände im HB.

Artikel zum Thema

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnetz wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS). Mehr...

Herr Pallecchi*, die Leserinnen und Leser haben sich in einer Umfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnetz Luft gemacht über die Zustände am Zürcher Hauptbahnhof. Sie bemängeln vor allem den Eventitis in der Haupthalle. Was sagen Sie dazu?
Wir haben klare Vereinbarungen mit der Denkmalpflege des Kantons Zürich, wie oft dieses denkmalgeschützte Gebäude genutzt werden darf – nämlich an 200 Tagen im Jahr. Diese Tage nützen wir noch nicht einmal ganz aus. Das bedeutet, dass die Hälfte des Jahres nichts los ist in der Haupthalle.

Könnte man nicht auf die Grossveranstaltungen verzichten?
Nein, es besteht ein Bedürfnis seitens zahlreicher Veranstalter, diesen Raum zu mieten. Und es ist eine Einnahmequelle für die Immobiliensparte der SBB.

Viele ärgern sich auch über das Gedränge auf den Perrons.
Zur Rushhour gibt es immer viele Leute auf den Perrons. Das gehört zum Pendeln – auch im Bus-, Tram- oder Strassenverkehr. Wenn gerade ein Zug ankommt, dann wird es für kurze Zeit eng. Das ist nichts Aussergewöhnliches im Bahnverkehr, weder in Zürich noch sonst irgendwo auf der Welt.

Die teuren WC-Anlagen am HB sind allerdings sehr aussergewöhnlich und nerven die Zugreisenden gewaltig.
Wir haben öffentliche Toiletten im Flügelbahnhof bei der Sihlpost und in der RailCity, die Stadt Zürich im ShopVille. Sie sind durch Personal bedient und kosten etwas. Dafür sind sie sauber, nicht von Obdachlosen oder Drogenkonsumenten in Beschlag genommen und haben keine Vandalismusschäden. Unseren Fahrgästen stellen wir zudem auf unseren Zügen Toiletten zur Verfügung. Die sind gratis.

14 Prozent der Leserinnen und Leser fühlen sich durch die Raucher auf den Perrons und vor den Rolltreppen zum Untergeschoss gestört. Warum gibt es nicht ein generelles Rauchverbot in HB?
Im Untergeschoss und in allen geschlossenen Räumen im Zürcher Hauptbahnhof ist das Rauchen verboten. Auf den oberirdischen, offenen Perrons darf geraucht werden, das ist gesetzeskonform. Ob dort bald auch ein Rauchverbot eingeführt wird, muss sich noch weisen.

Ein Leser beklagt sich darüber, dass es zu wenig Sitzgelegenheiten hat.
Es hat Sitzbänke auf allen Perrons. Aber da der Zugverkehr dichter und die Umsteigezeiten kürzer geworden sind, hat allgemein die Bedeutung von Sitzbänken und Warteräumen stark abgenommen.

Ein Leser bezeichnet die Beleuchtung in der Bahnhofshalle als phantasielos. Die «grossartige Architektur» könnte durch Spots und warme Leuchtkörper besser zur Geltung gebracht werden. Was halten Sie von diesem Vorschlag?
Das ist ein interessanter Vorschlag, wir nehmen ihn zur Kenntnis.

*Daniele Pallecchi ist Pressesprecher der SBB (Tagesanzeiger.ch/Newsnetz)

Erstellt: 30.10.2009, 17:31 Uhr

KOMMENTAR SCHREIBEN







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

2 KOMMENTARE

Thomas Müller

30.10.2009, 17:57 Uhr

"Unseren Fahrgästen stellen wir zudem auf unseren Zügen Toiletten zur Verfügung. Die sind gratis." Klingt schon beinahe so als ob wir dankbar sein sollten unser Geschäft nicht im Zugabteil verrichten zu müssen.


Christine Keller

30.10.2009, 17:41 Uhr

Da lob ich mir mein Auto. Teurer als die SBB ist mein Kleinwagen auch nicht und wenn ich von all den kleinen und grossen Widrigkeiten im öV höre und lese bin ich sehr gerne und hoffentlich noch recht lange Autofahrerin.



Neues aus Ihrem Wohnort

  • Hier finden Sie Nachrichten, Veranstaltungen und das detaillierte Lokalwetter ihrer und hundert weiterer Gemeinden im Gebiet des Tages-Anzeigers. Mehr...
  • Gelangen Sie hier direkt zu Ihrer Gemeindeseite:

Meistgelesen in der Rubrik Zürich

Der Kampf um den Zürcher Stadtrat

Hildegard Schwaningers Notizen zu Namen




© Tamedia AG 2010 Alle Rechte vorbehalten