«Das Limmattal erhebt sich wie Phönix aus der Asche»
Interview: Christoph Landolt. Aktualisiert am 31.05.2011 13 Kommentare
Peter Trombik (FDP) ist Gemeindepräsident von Unterengstringen und Bauingenieur.
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Herr Trombik, in Unterengstringen sind laut einer UBS-Studie die Quadratmeterpreise für Wohnraum auf gehobenem Niveau in nur drei Jahren von 10'000 auf 16'000 Franken gestiegen. Was spürt man davon auf der Gemeinde?
Ich weiss auch nicht genau, woher die Banken jeweils solche Zahlen haben. 16'000 scheint mir schon hoch gegriffen. Eine Attikawohnung kostet bei uns vielleicht 1,5 Millionen, mehr nicht.
Aber die Tendenz stimmt?
Es ist schwierig, Durchschnittswerte zu ermitteln, weil es fast keinen Markt mehr gibt. Es kommt ja kaum Bauland in den Verkauf. Die Tendenz stimmt natürlich schon. Auch andere Studien wie jene der CS kommen jeweils zum gleichen Schluss. Im Standortattraktivitäts-Rating der «Weltwoche» liegen wir auf Platz drei des Kantons. Insofern ist es logisch, wenn die Preise steigen.
Wie macht sich die Preissteigerung bemerkbar?
In den letzten Jahren ist enorm viel gebaut worden. Und wir stellen auch fest, dass immer öfter Einfamilienhäuser abgerissen werden, deren Besitzer und Erbauer gestorben sind. Das Grundstück wird verkauft, das Haus abgerissen und zum Beispiel durch zwei Terrassenwohnungen ersetzt.
Dass es im Limmattal Überhitzungstendenzen gibt, kommt für viele überraschend. Auch für die Limmattaler selbst?
Ja. Unsere Region galt lange als Abfallkübel von Zürich gegen den Aargau hin. Viel Verkehrslärm, Fluglärm, soziale Probleme. Nun erhebt sich das Limmattal wie Phönix aus der Asche. Vor zehn, zwanzig Jahren hätte das niemand gedacht. In Schlieren etwa gab es früher zwei grosse Arbeitgeber: Die Waggonfabrik und das Gaswerk. Als die beiden eingingen, sah man das Ende kommen. Jetzt siedelt sich plötzlich Hightech-Industrie an, und mit diesen Firmen kommen Führungskader und Spezialisten.
Boomt das Limmattal zu Recht?
Lange Zeit war die Region ein Geheimtipp. Unterengstringen ist privilegiert. Die Gemeinde ist gegen Süden ausgerichtet und hervorragend an den Verkehr angebunden. Wir sind am nächsten an der Stadt und trotzdem schon auf dem Land. Aber es hat natürlich auch immer weniger Bauland. Und die Sorge wächst, dass die Grünzonen bald nicht mehr so schön sind. Wir wollen deshalb vor allem die bestehenden Bauzonen überbauen.
Hat das niemand kommen sehen und rechtzeitig investiert?
Nein, ich kenne niemanden, der massenhaft investiert hätte. Auch ich nicht, leider. Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich mehr Land gekauft.
Haben Sie welches?
Ja, ich habe das Glück, dass ich vor einigen Jahren oben am Hang eines der letzten Landstücke kaufen konnte, die Sicht reicht bis Zürich. Ich werweisse, ob ich nochmal bauen soll. Aber ich glaube, ich warte, bis ich 10'000 Franken pro Quadratmeter bekomme (lacht). (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 30.05.2011, 16:11 Uhr
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13 Kommentare
Ein Gemeindepräsident der offen zugibt Bauland aufgekauft zu haben und damit spekuliert und von Beruf Bauingenieur ist. Irgend etwas stimmt gar nicht mehr in der CH. Vor 15 Jahren war es noch gang und gäbe, dass ein Gemeindepräsident vor alle ein Verwaltungsangestellter war, heute sind es politische Ämter die Aufträge ausschreiben bzw. selber vergeben...Leute wacht auf! Antworten


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